Web-App spart den Rechtsanwalt

Das Berliner Start-up SmartLaw erlaubt es, sich Verträge für diverse Lebenslagen über ein virtuelles Frage-und-Antwort-Spiel zusammenzuklicken. Das ist wesentlich günstiger als ein teurer Rechtsanwalt.

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Zum Erstellen – hoffentlich – rechtssicherer Verträge gibt es mehrere Möglichkeiten: Man kann sich im Internet oder in Büchern Mustervorlagen heraussuchen, die möglicherweise fehlerhaft sind oder schlicht nicht mehr aktuell – oder man besucht einen freundlichen Fachanwalt, dem man dann für angepasste Schriftstücke einen angemessenen Stundensatz zahlen muss.

Des Berliner Start-up SmartLaw, das von drei Anwälten und einem Diplominformatiker gegründet wurde und seit einigen Monaten online ist, bietet eine dritten Weg, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Über ein virtuelles Frage-und-Antwort-Spiel in Form einer Web-App lassen sich mit der Software der Firma Vertragstexte nach aktuellem Recht Schritt für Schritt im Internet zusammenstellen und dann gleich herunterladen.

Das funktioniert derzeit für juristische Bereiche wie Arbeitswelt, Immobilien und Privates – vom Arbeitsvertrag über den Mietvertrag bis zum Erbrechtsdokument. Die Preise liegen dabei etwas höher als bei simplen Vorlagen und niedriger als beim Juristen – so kostet etwa ein Praktikantenvertrag aktuell (Februar 2014) 14,50 Euro, ein Mietvertrag für einen Stellplatz 9,90 Euro und eine Vorsorgevollmacht 24,50 Euro. Diese Preise gelten allerdings nur in einer Anfangsphase, später will SmartLaw sie verdoppeln. Eine 30 Tage geltende "Geld-zurück-Garantie", die man bei einem Serviceteam einfordern kann, soll Ängste nehmen.

Nicht immer liefert die Technik des Anwalts-Start-ups alle notwendigen Formulierungen. Deshalb gibt es die Möglichkeit für Kunden, fehlende Auswahlmöglichkeiten oder andere Probleme zu melden. Für kompliziertere Fälle und Rechtsrahmen, etwa die Bestellung des Geschäftsführers eines komplexen Firmengeflechts, sollte man sowieso weiter zum Spezialisten gehen.

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