Chef von Tele2 Österreich tritt zurück
Der Chef der zum Verkauf stehenden Österreich-Tochter von Tele2, Robert Hackl, verlässt das Unternehmen. Hackl war erst Anfang vergangenen Jahres als Nachfolger von Norbert Wieser zum CEO ernannt worden.
Der Chef der zum Verkauf stehenden Österreich-Tochter von Tele2, Robert Hackl, verlässt das Unternehmen. Er war erst Anfang vergangenen Jahres als Nachfolger von Norbert Wieser zum CEO ernannt worden. Nun möchte sich Hackl in nicht näher spezifizierter Weise in der IT-Branche selbstständig machen. Die Leitung von Tele2 Österreich übernimmt zunächst der Manager der niederländischen Schwestergesellschaft, Henrik Ringmar.
Ob Tele2 Österreich überhaupt noch einen neuen eigenen CEO bekommen wird, ist offen. Der schwedische Mutterkonzern möchte sich von der Gesellschaft trennen. Medienberichten zufolge zeigten UPC und Orange Interesse, das Kaufpreisgebot soll sich aber nur im Bereich von 60 bis 80 Millionen Euro bewegt haben. Dies entsprach nicht den Vorstellungen von Tele2 – der Konzern hatte allein 2004 für die Übernahme des österreichischen Netzbetreibers UTA 213 Millionen Euro ausgegeben.
Dass diese Ausgabe sowie die weiteren Investments je amortisiert werden können, gilt als unwahrscheinlich. "Das Geschäft ist auf die nächsten drei bis vier Jahre nicht positiv zu führen", erklärte ein mit der Materie vertrauter Brancheninsider gegenüber heise online. Entsprechend wenig seien die Kaufinteressenten bereit zu bezahlen. Wie das Nachrichtenmagazin Format in seiner am morgigen Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll allerdings ein Konsortium österreichischer Investoren Interesse an der Übernahme von Tele2 Österreich angemeldet haben.
Die defizitäre Mobilfunk-Sparte hatte Tele2 Österreich im Februar für etwa sieben Millionen Euro an den Telekom Austria Konzern veräußert. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)