Toshiba erwartet höchsten Verlust der Firmengeschichte
Der japanische Elektronikhersteller hat erneut seine Umsatzerwartung gesenkt und geht für das vergangene Geschäftsjahr wegen anstehender Abschreibungen von einem höheren Nettoverlust aus als noch Ende Januar prognostiziert.
Der japanische Elektronikhersteller Toshiba hat eine neue Ergebnisprognose ausgegeben. Demnach erwartet das Unternehmen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 6,65 Billionen Yen (51,2 Milliarden Euro), das sind 50 Milliarden Yen weniger als Ende Januar prognostiziert. Seinerzeit hatte das Unternehmen schon einmal seine Prognose abgesenkt. Bis zum März nächsten Jahres will Toshiba 3900 weitere befristete Arbeitsplätze abbauen. Das Unternehmen hatte zuvor bereits angekündigt, auf 4500 Zeitarbeiter zu verzichten.
Unterm Strich werde voraussichtlich ein Nettoverlust von 350 Milliarden Yen stehen (2,7 Milliarden Euro), der erste Verlust seit sieben Jahren und der höchste in der Firmengeschichte. Zuvor hatten die Japaner einen Verlust in Höhe von 280 Milliarden Yen veranschlagt. Im Geschäftsjahr 2007 hatte Toshiba 7,66 Billionen Yen umgesetzt und 127 Milliarden Yen in schwarzen Zahlen geschrieben.
Der operative Verlust werde allerdings mit 250 Milliarden um 30 Milliarden Yen geringer ausfallen als zuvor veranschlagt, teilt Toshiba weiter mit. Die Geschäfte mit Fernsehern, Systemschaltkreisen und Speichern seien profitabler als zuvor angenommen verlaufen. Toshiba warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen für das laufende Jahr. "Wir sind noch nicht da, wo wir optimistisch sein können, dass sich die Geschäftsbedingungen zu ändern beginnen", sagte Vize-Präsident Fumio Muraoka zu Journalisten. Der Nettoverlust werde wegen Wertberichtigungen auf Steuerguthaben höher als erwartet ausfallen.
Toshiba werde die Produktion bei NAND-Chips bis Juni um weitere 30 Prozent kürzen, hieß es weiter. Die Drosselung der Produktion hatte dazu beigetragen, dass die Preise für Halbleiter zuletzt wieder anzogen. Die Investitionen wollen die Japaner im laufenden Geschäftsjahr um 42 Prozent zum Vorjahr auf 250 Milliarden Yen kürzen. (anw)