Forscher schaffen künstliche Proteinfabriken

George Church und ein Team der Harvard University bauen funktionierende Ribosomen aus ihren Grundbestandteilen auf.

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Wissenschaftler an der Harvard University haben funktionierende künstliche Ribosomen geschaffen – jenen Bestandteil einer Zelle, der Proteine herstellt. Dabei gingen sie Molekül für Molekül vor und bauten den biologischen Apparat von Grund auf neu, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Der Durchbruch gilt Experten als möglicherweise bedeutsamer Schritt hin zur Schaffung künstlichen Lebens und könnte gleichzeitig wichtige Fragen zum biologischen Ursprung des Zellapparats beantworten helfen.

Gleichzeitig sind industrielle Anwendungen denkbar. Das Forscherteam um den Genetiker George Church würde gerne molekulare Maschinen schaffen, die Proteine effizienter herstellen als aktuelle Techniken. Außerdem könnte der Ansatz eingesetzt werden, um genaue Spiegelbilder von Proteinen aus der Natur zu produzieren. Beide Verfahren könnten die pharmazeutische Industrie deutlich weiterbringen.

Die Forscher nutzten ihre künstlichen Ribosomen, um erfolgreich das Enzym Luziferase zu produzieren, ein Glühwürmchen-Protein, das dafür sorgt, dass die Tiere leuchten. Auf längere Sicht plant Church die Herstellung von klitzekleinen Proteinfabriken, die aus maßgeschneiderten Ribosomen bestehen. "Wir wollen große Mengen von Spezialproteinen schaffen, die sich nur schwer im lebenden Organismus herstellen lassen und die sich beispielsweise für die Impfstoffherstellung eignen", sagt er.

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(bsc)