Duden & Co.: Management und Betriebsrat verhandeln wieder

Im Streit um Personalabbau und Strukturveränderung beim Mutterkonzern der Verlage Duden und Meyers reden Geschäftsleitung und Betriebsrat wieder miteinander. Ein Termin beim Arbeitsgericht Mannheim wurde erst einmal abgesagt.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Management und Betriebsrat bemühen sich doch noch um eine Einigung zu Personalabbau und Strukturveränderung beim Mutterkonzern der Verlage Duden und Meyers. Die kommenden zwei Wochen sollen für "intensive Verhandlungen" genutzt werden, sagte am Dienstag ein Sprecher der traditionsreichen Bibliographischen Institut & F.A. Brockhaus AG (Bifab). Ein Gütetermin beim Arbeitsgericht Mannheim, der für diesen Donnerstag (23. April) angesetzt war, solle gestrichen werden. Das Gericht werde gebeten, die Sache zunächst ruhen zu lassen, so Vorstand Ulrich Granseyer zu der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sollten die Gespräche erfolglos verlaufen, könne die Sache vor Gericht zügig weitergehen. Granseyer zeigte sich aber zuversichtlich, dass es eine Lösung gibt.

Hintergrund des Gerichtstermins war die unterschiedliche Beurteilung zum Stand der Verhandlungen: Das Management hatte sie als gescheitert angesehen und die Einigungsstelle angerufen. Für den Betriebsrat waren die Gespräche dagegen noch nicht beendet, das Tempo jedoch zu schnell. "Da geht Sorgfalt vor Schnelligkeit", erklärte der Betriebsratsvorsitzende Michael Bauer. Es gehe um gravierende Einschnitte im Unternehmen. Die Denkpause, die er für die Prüfung erbeten hatte, hatte das Management jedoch abgelehnt.

Der Betriebsrat sieht jede dritte Stelle am Standort Mannheim gefährdet. Das Management wolle rund 55 Vollzeitstellen am Standort streichen, hieß es. Durch Teilzeitbeschäftigung könnten insgesamt bis zu 70 Arbeitsplätze wegfallen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit in Mannheim etwa 210 Mitarbeiter.

Die Zahlen wurden bislang nicht vom Vorstand bestätigt. Er hatte jedoch schon vor Monaten Strukturveränderungen und den Abbau von Mitarbeitern angekündigt. Nach einem Minus von knapp 6,5 Millionen Euro im Jahr 2007 macht das Management Tempo.

Die Mannheimer Verlagsgruppe steht vor einem Eigentümerwechsel: Die Berliner Verlagsgruppe Cornelsen will neuer Haupteigentümer werden. Ende 2008 hatte die Bifab mit dem Verkauf ihrer bekannten Brockhaus-Enzyklopädie an Europas größten Medienkonzern Bertelsmann für Kritik gesorgt. Der Rückzug aus dem Geschäftsfeld "Lexikalisches Nachschlagen" bedeutete das Aus für den Standort Leipzig mit 60 Arbeitsplätzen. Auch in Mannheim wird der Verkauf Auswirkungen haben. (dpa) / (pmz)