EMI will CD-Vertrieb in den USA angeblich anderen Labels übergeben

Die kleinste der vier weltweit agierenden Plattenfirmen, EMI, will angeblich Teile oder das gesamte US-Geschäft an einen seiner größeren Mitbewerber outsourcen.

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Die kleinste der vier weltweit agierenden Plattenfirmen, EMI, will angeblich Teile oder den gesamten US-Vertrieb an einen seiner größeren Mitbewerber outsourcen. Die nicht näher genannten Quellen sind sich indes nicht einig darüber, ob EMI "nur" den Vertrieb von physischen Datenträgern oder auch die digitale Distribution aus den Händen geben will. Eine Stellungnahme seitens EMI steht noch aus; gegenüber den US-Medien wollte eine Firmensprecherin das Gerücht nicht kommentieren.

Anlass für die Spekulationen dürfte die angeschlagene finanzielle Situation von EMI sein. In der vergangenen Woche hatte das Label mitgeteilt, dass sich die Verluste des Unternehmens seit der Übernahme durch die britische Investmentfirma Terra Firma im August 2007 nahezu verdoppelt haben. Auch die Umsatzsteigerung mit mit 29 Prozent deutlich hinter den erhofften 51 Prozent zurück.

Das Outsourcing der Datenträger-Distribution in den USA dürfte deutliche Einsparungen für EMI bedeuten. Allerdings warnen Branchen-Insider vor einem Image- und Kontrollverlust des in Großbritannien beheimateten Plattenlabels.

Noch sind die CD-Verkäufe für einen Großteil des Umsatzes von Plattenfirmen verantwortlich. Doch sinkt die Relevanz der Silberscheiben in keinem anderen Land so schnell wie in den USA: Apple ist mit seinem iTunes Store seit Jahresbeginn größter Musikhändler in den Vereinigten Staaten.

EMI hat in den USA einen Marktanteil von rund acht Prozent, kann aber mit zugkräftigen Künstlern wie den Beatles und Coldplay aufwarten. (vza)