Intel schließt Werk in Costa Rica mit 1500 Beschäftigten
Intel verlegt die Fertigung und das Testen von Prozessoren von Costa Rica nach Asien. Auch ändert das Unternehmen sein Geschäftsberichtswesen: Künftig gibt es einen eigenen Bereich für Mobiles.
Intel schließt sein Werk für Montage und Tests von Mikroprozessoren in Costa Rica. Das teilt die staatliche Investmentbehörde CINDE mit. Von der Schließung sind laut einem Bloomberg-Bericht 1500 Arbeitsplätze betroffen. Das Unternehmen werde sich in dem Land auf sein Entwicklungs- und Servicezentrum in Belen konzentrieren, in dem derzeit 1200 Menschen beschäftigt sind. Dort seien bereits weitere Jobs ausgeschrieben. Die Montage und Tests wolle Intel laut CINDE nach Asien verlagern.
Intel hat das Werk nach eigenen Angaben 1997 in Costa Rica errichtet. Der Wechsel in Richtung Asien entspreche Intels weltweiter Strategie, teilt die CINDE mit. Angesichts der anhaltenden Krise auf dem weltweiten PC-Markt versucht Intel, seine Kräfte zu bündeln und so Kosten zu sparen. Anfang des Jahres war bereits bekannt geworden, dass Intel 5 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen will. Betroffen wären über 5000 der insgesamt 107.000 Stellen.
Geänderte Organisationsstruktur
In etwa 80 Prozent der jährlich weltweit verkauften PC steckt ein Intel-Prozessor. Um weniger abhängig von diesem Markt zu sein, versucht der Konzern verstärkt, auch in mobilen Geräten Fuß zu fassen. Das wird sich künftig auch in den Geschäftsberichten widerspiegeln, in denen der Umsatz bisher in den Bereichen "PC Client Group" (Notebooks und Desktops), "Data Center Group" (Server, Workstations), "Other Architecture" sowie "Software and Services" und "all other" (u.a. Flash-Speicher) aufgeschlüsselt wurde. Der Bereich "Other Architecture" wird aufgeteilt, dadurch entstehen die neuen Sparten "Internet of Things", in der der Embedded-Spezialist Wind River unterkommt, und "Mobile and Communications" unter anderem mit Produkten für Tablets und Mobiltelefone, wie es in einer Intel-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC heißt.
Diese Unterteilung gebe besser die Geschäftsorganisation und die Bereiche wieder, auf die sich Intel operativ konzentriere. Sie werde zum ersten Mal am 15. April angewandt, wenn das Unternehmen seine Zahlen für das erste Quartal 2014 präsentieren will. (anw)