Handy als Türschlüssel

Eine österreichische Firma will Mobiltelefone als Schlüssel vermarkten. Dafür werden Bluetooth-Module in Türschlösser eingebaut.

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Die österreichische Firma Sorex will Mobiltelefone als Türschlüssel vermarkten. Möglich wird das, indem Sorex ein Bluetooth-Modul in seine Türschlösser einbaut. Gerät ein Bluetooth-fähiges Handy in die Reichweite eines solchen Schlosses, kann es mit einer zehnstelligen PIN als Schlüssel dafür registriert werden. Anschließend identifiziert das Schloss das Mobiltelefon anhand seiner eindeutigen Hardware-Kennung und öffnet die Tür automatisch. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 12/08 (seit dem 13. 11. am Kiosk oder hier portokostenfrei online zu bestellen).

Jede Übertragung wird mit 128 Bit verschlüsselt. Auf dem Handy muss dazu keine Software installiert werden. "Dafür haben wir ein Weltpatent bekommen", so Sorex-Geschäftsführer Christian Csank. Jedes Schloss wird von Batterien mit Strom versorgt, die laut Sorex 12 bis 18 Monate halten. Zwei Monate vor Ende der Batterie-Lebensdauer machen die Schlösser per akustischem Signal auf sich aufmerksam. Zur Not lassen sie sich auch mit einem normalen Schlüssel mechanisch öffnen.

Neben der Produktlinie für private Haushalte gibt es bei Sorex eine Gewerbe-Variante, bei der jedes Schloss über eine eigene IP-Adresse angesprochen und zentral für bis zu 2500 Personen administriert werden kann. Zudem können Schlüssel per SMS verschickt werden, um etwa Gästen Zutritt zu bestimmten Räumen zu gewähren. Die Schlüssel gelten dann nur für eine halbe bis eine Stunde und nur für ein bestimmtes Schloss.

Auch Autohersteller spielen schon mit den Möglichkeiten elektronischer Schlüssel. Nissan etwa hat angekündigt, ein eigenes Handy als Autoschlüssel auf den Markt zu bringen. Ford geht noch einen Schritt weiter und hat einen Fahranfänger-Schlüssel entwickelt, der unter anderem die Geschwindigkeit und die Musiklautstärke begrenzt. Neue Schlüssel-Kompetenzen auch in die Autobranche einzubringen, sei für ihn der "nächste logische Schritt", sagt Csank. (Gregor Honsel) / (wst)