BMW-Chef Reithofer lobt umstrittenes Freihandelsabkommen

Dr. Norbert Reithofer lobt das umstrittene transatlantische Freihandelsabkommen. Es habe für seine Branche „ausschließlich positive Effekte“. Auf die konkreten Probleme und Kritiken von TTIP ging Reithofer jedoch nicht ein

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Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA hat für die Autoindustrie aus Sicht von BMW-Chef Norbert Reithofer ausschließlich positive Folgen. „Handelsbarrieren verursachen hohe Kosten. Sie passen also nicht ins 21. Jahrhundert“, steht in seinem Redetext für seinen heutigen Vortrag. Allein die deutschen Hersteller zahlen pro Jahr eine Milliarde Euro an Zöllen in beide Richtungen, so Reithofer oder sein Redenschreiber. Die Passage im Ganzen:

Dr. Norbert Reithofer bei einem Vortrag in den USA im März 2014.

(Bild: BMW Group)

„Handelsbarrieren verursachen hohe Kosten. Sie passen also nicht ins 21. Jahrhundert. Sie passen schon gar nicht zu der Realität in den beiden Automobilmärkten USA und Europa – mit ihrer engen Verflechtung von Produktion, Einkauf und Vertrieb. Europa ist ein relativ offener Automobilmarkt mit einem hohen Anteil an Importfahrzeugen. Der Importzoll in der EU für Fahrzeuge aus den USA – wie unsere BMW X Modelle – liegt aber immer noch bei zehn Prozent. Die USA sind im Vergleich mit der EU ein offenerer Markt. Hier liegt der Importzoll bei 2,5 Prozent.

Laut VDA zahlen allein die deutschen Automobilhersteller jährlich etwa eine Milliarde Euro an Zöllen in beide Richtungen. Wir wünschen uns eine stärkere Harmonisierung der Gesetzgebung und technischen Standards. Das würde die globale Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie deutlich verbessern – auf beiden Seiten des Atlantiks. Ein transatlantisches Freihandelsabkommen hat für unsere Branche ausschließlich positive Effekte. Wer in Europa eine starke industrielle Basis und Beschäftigung erhalten will, der braucht einen freien Warenverkehr. Der braucht offene Märkte. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Obama haben unsere volle Unterstützung.
“

Auf die Kritikpunkte aus der Bevölkerung am transatlantischen Freihandelsabkommen, das vor allem großen Unternehmen wie BMW krasse zusätzliche Rechte gegenüber demokratisch legitimierten Regierungen zusichern soll, geht Reithofer in seiner Rede nicht ein.

(mit Material der dpa) (cgl)