Google-Chef: Kauf von Zeitung unwahrscheinlich

Google-CEO Schmidt erklärte in einem Video-Interview, ein Einstieg ins Zeitungsgeschäft sei für sein Unternehmen derzeit keine Option.

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Von
  • Tim Gerber

Der Internet-Konzern Google wird vorerst nicht ins Zeitungsgeschäft einsteigen. Google habe angesichts der Medienkrise den Kauf oder die Unterstützung einer Zeitung geprüft, werde beides aber wohl nicht weiterverfolgen, sagte Konzernchef Eric Schmidt in einem Interview der Financial Times.com.

Der Top-Manager zeigte sich zugleich skeptisch, dass die von mehreren internationalen Zeitungen derzeit erwogenen Bezahlmodelle generell funktionieren wĂĽrden. Bei allgemeinen Nachrichten sei dies wegen der vielen freien Angebote im Internet schwierig. Es funktioniere eher bei speziellen Inhalten.

Forderungen aus der Medienbranche nach mehr Zahlungen von Google für sein Geschäft rund um die Nachrichtensuche im Internet (Google News) wies Schmidt zurück. Google benötige zwar diese "hochwertigen Inhalte", räumte er ein. Der Konzern sehe seine Rolle aber weiter darin, den Anbietern über seine Web-Suche möglichst viele Leser und Nutzer zuzuleiten.

Zudem verdiene Google nicht direkt an den Online-Nachrichten, so Schmidt. Die Lösung könne daher nicht sein, dass Google Geld aus einer anderen Tasche hole und dies subventioniere. "Wenn wir Geld weitergeben müssten, würden wir es von etwas nehmen, was nicht mit Zeitungen zusammenhängt, was nicht nach einem guten, nachhaltigen Modell aussieht."

Vor dem Hintergrund der Werbeflaute und Medienkrise gab es immer wieder Spekulationen ĂĽber eine Beteiligung Googles an einer Zeitung. Zuletzt wurde ĂĽber einen Einstieg von Google bei der renommierten "New York Times" spekuliert.

Schmidt betonte nun: "Wir versuchen, die Trennlinie zwischen der Infrastruktur und Technik von Google und den Inhalten unserer Partner nicht zu ĂĽberschreiten." Google arbeite stattdessen mit Verlagen intensiv an einer besseren Werbevermarktung ihrer Angebote und an neuen Ideen zur Nutzung der Inhalte im Web. Erst Anfang April hatte Schmidt den Zeitungsverlagen in den USA eine Kooperation fĂĽr neue Vermarktungsmodelle angeboten. dpa (tig)