Das Klima-Wunder von Washington

Die US-Regierung will die CO2-Emission des Landes senken. Die Wirtschaft schäumt.

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Die US-Regierung will die CO2-Emission des Landes senken. Die Wirtschaft schäumt.

Nun also doch: Bis 2030 will die US-Regierung die Kohlendioxid-Emission aus Kraftwerken um 30 Prozent senken - gegenĂĽber dem Stand von 2005.

Die Umweltschutzbehörde EPA bereitet eine Regulierung vor, die dann innerhalb eines Jahres von den Bundesstaaten in Gesetze gegossen wird. Die Wirtschaft schäumt. Aber bis jetzt sieht alles so aus, als ob ihr das nichts nützt.

Ein kleines Wunder also. Eine Deckelung der CO2-Emissionen im Mutterland des Kapitalismus, in der Hochburg der Obskurantismus, wo es fast so viele Abgeordnete gibt, die nicht an die Evolution glauben wie Klimaskeptiker.

Selbst unsere US-Kollegen, die die deutsche Energiewende immer mit skeptischer Verwunderung betrachtet haben, räumen nun ein, dass die jahrelange Drohung der US-Regierung mit verschärfter Regulierung gescheitert ist. Und wenn die Wirtschaft von sich auch nichts tue, müsse die Regierung eben handeln, auch wenn starre Regulierungen natürlich volkswirtschaftlich gesehen eigentlich „zu hohe Kosten“ verursachen würden.

Leider bin ich mittlerweile zu alt, um einfach nur an das Gute im Menschen zu glauben. Also frage ich mich natürlich: Warum tun die das jetzt, nachdem sie sich so lange hartnäckig geweigert haben?

Laut Washington Post ist ein Großteil des US-Kraftwerkparks älter als 40 Jahre. Der muss sowieso dringend erneuert werden. Und wenn die Rahmenbedingungen - sprich die staatlichen Subventionen - stimmen, spricht ja nichts dagegen, ein altes Kohle- durch ein neues Gaskraftwerk zu ersetzen. Das bei gleicher Energielieferung wesentliche weniger CO2 ausstößt. Ist doch besser, als das ganze überschüssige Schiefergas für teures Geld zu verflüssigen und nach Europa zu exportieren.

Eine klassische Win-Win-Situation, wie die aus dem Marketing immer sagen. Und die IEA hat wie immer Recht: Kohle, Gas und Ă–l bleiben laut Internationaler Energie Agentur auch in Zukunft die Eckpfleiler der weltweiten Energieversorgung. (wst)