Vernunft in der Unvernunft

Alfas Giulietta Quadrifoglio Verde hat den gleichen Antriebsstrang wie der Alfa 4C. Reicht dieser Trost, um Familienmenschen zum Kauf des Kompakten zu bringen oder ist dieser Alfa einfach zu bieder?

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Leicht überarbeitet schickt Alfa Romeo die Giulietta Quadrifoglio Verde ins Rennen.
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Balocco (Italien), 13. Juni 2014 – Wir träumen von Scarlett Johansson, aber in der Realität heiraten wir doch eher bestenfalls die lokale Weinkönigin. Genauso ist es mit unseren Autos. Der Alfa 4C ist herzzerreißend schön, aber in der Realität verkauft Alfa doch eher die Giulietta, heute vielleicht den kleeblättrigen Giulietta Quadrifoglio Verde, kurz QV.

Ganz neu ist der 4,35 Meter lange Golf-Rivale mit dem namensgebenden Kleeblatt auf den Kotflügeln nicht. Bereits im Frühjahr 2011 lancierte Alfa die erste Giulietta QV. Parallel zu einem minimalen Lifting der Baureihe haben sich die Techniker noch einmal das Innenleben der Topversion vorgeknöpft. Statt der bisherigen 235 gibt es jetzt 240 PS.

Vernunft in der Unvernunft (21 Bilder)

Leicht überarbeitet schickt Alfa Romeo die Giulietta Quadrifoglio Verde ins Rennen.

240 PS in einem Alfa? Da war doch was? Richtig: Die stärkste Giulietta teilt sich nun den Antriebsstrang mit dem extremen Mittelmotor-Sportler 4C. Der Benzindirekteinspritzer mit 1750 Kubikzentimeter Hubraum wird jetzt komplett aus Leichtmetall gefertigt, was 22 Kilogramm an Gewicht sparen soll. Das sind natürlich keine Unmengen, weil der Fünftürer nicht wie der 4C zu größeren Teilen aus Kohlefaserelementen besteht. Hinzu kommt, dass das neue TCT-Doppelkupplungsgetriebe wieder neun Kilo draufschlägt. Macht unter dem Strich 13 Kilo weniger, was den Kohl nun wirklich nicht fett macht.

Immerhin ist der italienische Kohl appetitlich angerichtet. Schon ohne Kleeblatt-Dekoration sticht die Giulietta aus der Menge heraus, im Fall der QV-Variante gibt es dunkle Akzente, 18-Zoll-Alus sowie eine rot lackierte Vierkolben-Bremsanlage mit 320 Millimeter großen Brembo-Scheiben.

Ein Raumwunder ist die Giulietta nicht, hinten reicht der Platz für lange Kerls so gerade eben aus. Vorne gibt es Leder-Alcantara-Sportsitze sowie ein griffiges Lederlenkrad mit Kontrastnähten und eine Alu-Pedalerie. So schön sich der Kranz des Volants auch anfasst, verdeckt er doch Teile des Tachos entscheidend. Und wo ich gerade am meckern bin: Der Kunststoff um die Tasten der Fensterheber und den TCT-Wählhebel wirkt einfach nur billig. Ansonsten ist das Cockpit appetitlich eingerichtet, wenngleich Dinge wie die Klimaregler und Lenkstockhebel die Fiat-Herkunft gar nicht erst leugnen.