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Der nächste Ford Focus ST wird sich außer in Gestaltungsdetails vor allem mit einem neuen Bedienkonzept fürs Infotainment und der Motorvariante mit Vierzylinder-Diesel absetzen. Ein Golf GTD-Konkurrent
- Stefan Grundhoff
München, 27. Juni 2014 – Der kommende Ford Focus orientiert sich laut Ford stark am Golf – wahrscheinlich, um im deutschen Volkswagenland bessere Marktanteile zu erreichen. Der Focus hat in Deutschland außerdem die Konkurrenz des Opel Astra, dessen nächste Generation 2015 erscheint. Alle Fahrzeuge werden eine Schnell-Version haben, einen GTI, einen OPC oder im Fall von Ford einen ST, wenn es schon keinen RS gibt.
Außen wurde beim überarbeiteten Ford Focus ST hier und da leicht nachgearbeitet; doch an deutlichsten fällt die neue Mittelkonsole mit dem acht Zoll großen Touchscreen auf, mit dem Ford die Bedienprobleme der vergangenen Jahre vergessen machen will. Seit dem Marktstart im Jahre 2002 konnte Ford von seinem gemäßigten Sportmodell Focus ST, der bis zu seiner letzten Generation noch von einem bullig grollenden Fünfzylinder befeuert wurde, in 40 Ländern mehr als 140.000 Fahrzeuge verkaufen. Da vom aktuellen Focus nach wie vor die lange erwartete, knackig-schnelle RS-Sportvariante fehlt, ist der Focus ST aktuell die Speerspitze im Modellprogramm.
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Die Modellpflegemaßnahmen sind von außen eher dezent.
ST jetzt mit Diesel
Nachdem der zwei Liter große Turbo-Vierzylinder-Benziner des Ford Focus ST nahezu unverändert blieb und nur etwas sparsamer geworden ist, ist die größte Neuerung die Motoralternative. Denn erstmals ist eine ST-Variante bei Ford mit einem Dieselmotor zu bekommen. Mit 136 kW / 185 PS und 400 Nm zwischen 2000 und 2750 U/min ist das Leistungsdefizit des zwei Liter großen Commonrail-Diesels zum 250 PS starken Benziner ungefähr auf dem Niveau des Hauptkonkurrenten VW Golf GTD mit 135 kW / 184 PS und 380 Nm. Diesel-Fahrer stehen ja mehr auf Druck von unten. Der Ford Focus ST Diesel will natürlich außerdem mit seinem Verbrauch von 4,4 Litern auf 100 km punkten. Die Dynamik des Diesels kommt mit 8,1 Sekunden im Sprint von 0 auf 100 und einer überraschend geringen Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h jedoch etwas zu kurz.
Wem das nicht sportlich genug ist, kommt um den ST-Benziner daher nach wie vor nicht herum. Der schafft 248 km/h Spitzentempo und leistet ein maximales Drehmoment von 360 Nm. Zu den Preisen schweigt sich Ford aktuell noch aus. Allerdings dürften die für den Benziner auf dem Niveau des aktuellen Modells liegen, der bei 28.000 Euro startet. Der Diesel sollte ab knapp 30.000 Euro kosten und damit auf dem Niveau des Golf GTD liegen. Anders als Volkswagen bietet Ford kein Doppelkupplungsgetriebe an. (cgl)