Feinsttuning
Aston Martin baut die Achtstufen-Wandlerautomatik von ZF in die beiden V12-Modelle Vanquish und Rapide S ein. Gut so, denn ihr automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe mit seiner eckigen Schaltcharakteristik passte nie recht zu den seidenweichen Motoren
- Stefan Wagner
Gaydon, 6. August 2014 – Aston Martin baut als erster Hersteller die vielgerühmte Achtstufen-Wandlerautomatik von ZF in Transaxle-Bauweise ein. Die komfortable und schnelle Automatik, die für einen Schaltvorgang nur 130 Millisekunden benötigen soll, heißt bei Aston Martin "Touchtronic III" und bereichert nun das Fahrerlebnis mit den beiden V12-Modellen Vanquish und Rapide S. Davor waren beide mit einem automatisierten Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet, das ja schon systembedingt zu einer eckigen Schaltcharakteristik neigt, die nie recht zu den seidenweichen Motoren passte.
Das Ende des freundlichen Nickens
Ein schöner Nebeneffekt sind die deutlich verbesserten Fahrleistungen, die sicher nicht auf das bisschen Mehrleistung zurückzuführen sind: Die beiden Zwölfzylinder leisten trotz der neuen Motorsteuerung von Bosch (die alte hätte nicht mit dem neuen Getriebe gesprochen) kaum mehr. In Folge einer Staudruck-Senkung bei der Abgasanlage leistet der Aston Martin Vanquish nun 576 PS (vorher 573 PS), der Rapide S bringt es auf 560 PS (vormals 558 PS). Das Drehmoment erhöht sich jeweils um zehn auf nun 630 Nm. Trotz dieser Verbesserungen im Bereich der Serienstreuung sinkt in beiden Fällen die Null-auf-100-Zeit beträchtlich. Der Vanquish schafft den Prestige-Sprint jetzt in 3,8 statt 4,1 Sekunden, der Rapide S verbessert sich gar eine halbe Sekunde auf nur noch 4,4 Sekunden. Beide knacken dank des Upgrades endlich die 200-mph-Schallmauer (320 km/h).
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Aston Martin Vanquish und Rapide S erhalten zum Modelljahr 2015 wenige, aber wirkungsvolle Verbesserungen.
FĂĽr die CO2-Bilanz des Herstellers vermutlich wesentlich wichtiger als fĂĽr die meisten Kunden: Auch der Verbrauch sinkt bei den 2015er Modellen von Vanquish und Rapide S deutlich. Im Schnitt sollen sie nun mit 12,8 Liter auskommen und 298 (Vanquish) beziehungsweise 300 (Rapide S) Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.
Auch die Fahrdynamik soll angepasst worden sein. Der Vanquish soll dank (ohgott, NOCH) härterer Dämpfer - vorne um 15, hinten um 35 Prozent - spürbar zackiger um die Kurve gehen, zudem habe man die Elastokinematik um 20 Prozent steifer ausgelegt. Dem Abtastverhalten und damit der Straßenhaftung kommt ein neues, geschmiedetes Zehn-Speichen-Rad entgegen, das der ungefederten Masse beachtliche sieben Kilogramm pro Rad ersparen soll. Neue Außenfarben und Interieur-Trimms machen die 2015er Jahrgänge, die im dritten Quartal 2014 zu den Händlern rollen, auch optisch kenntlich. Preise für die verbesserten Vanquish und Rapide S hat Aston Martin noch nicht bekannt gegeben. (imp)