Schlafender Beifahrer wirkt ansteckend

Beifahrer sollten bei längeren Autofahrten versuchen, wach zu bleiben, sonst überkommt auch den Fahrer leichter die Müdigkeit. Nach Schätzungen wird jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen durch Sekundenschlaf verursacht

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Von
  • Aline Dürre

Gegen Müdigkeit, Monotonie und Dunkelheit hilft ein munterer Beifahrer oder, wie hier, ein Assistenzsystem.

(Bild: Daimler AG)

Beifahrer sollten bei längeren Autofahrten unbedingt versuchen, wach zu bleiben. Denn wenn sie ein Nickerchen machen, überkommt auch den Fahrer schneller die Müdigkeit, warnt Jürgen Zulley. Er ist Schlafforscher und emeritierter Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg. "Das Risiko, am Steuer einzuschlafen und dadurch zu verunglücken, ist erwiesenermaßen mit einem schlafenden Beifahrer deutlich höher als mit einem wachen, der den Fahrer bei Laune hält."

Warum die Müdigkeit ansteckend wirkt, darüber kann Zulley nur spekulieren. Es sei davon auszugehen, dass die gleichmäßige Atmung eines Schlafenden und dessen Bewegungslosigkeit in bestimmten Situationen eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung auf die Menschen in seiner direkten Umgebung hat. Im Auto könne dieser Effekt so stark sein, dass der Fahrer davon regelrecht angesteckt wird. Monotone Autobahnetappen und Fahrten bei Nacht begünstigen das.

Wenn ein Autofahrer auch nur kurz am Steuer einnickt und in den sogenannten Sekundenschlaf fällt, stehen die Chancen denkbar schlecht, den Wagen in der Spur zu halten. Nach Schätzungen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats wird jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen durch Sekundenschlaf verursacht. Macht sich Müdigkeit unter den Mitreisenden breit, sollte der Fahrer alarmiert sein, betont Zulley. Häufiges Gähnen, schwere Augenlider, innere Unruhe und nachlassende Konzentration sind klare Signale, bald einzuschlafen. Dann hilft nur eine ausgiebige Pause.

(dpa) (ald)