Erbe einer Göttin
Am 26. August 1974 wurde der Nachfolger des Citroën DS vorgestellt. Der CX trat eine schweres Erbe an, doch er schlug sich weit besser als gedacht. Technisch war er fortschrittlicher als im Design, dennoch wurde er für Citroën ein großer Erfolg
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Köln, 26. August 2014 – Einen würdigen Nachfolger für ein herausragend wegweisendes Auto zu entwickeln und gestalten kann eine verflixt schwierige Aufgabe sein. Jene Designer, die den Alfa-156-Erben oder den Nachfolger des Jaguar E-Type zeichnen mussten, waren nicht zu beneiden, ist doch die Chance, sich mit einem mutigen Entwurf vollkommen zu verzetteln, relativ groß. Noch viel größer muss die Ehrfurcht bei Citroën gewesen sein, als sie 1969 begannen, den Nachfolger der DS zu entwickeln. Denn hier galt es ein Auto zu präsentieren, dass in technischer wie optischer Hinsicht wieder als Vorreiter dienen sollte.
Wenig vom DS
Charmant und kostengünstig zugleich, so sollte er sein, der Citroën DS-Nachfolger. Am 26. August 1974 wurde dann der sparsamere und weniger prunkvolle CX vorgestellt. Das Modell der oberen Mittelklasse war vollgepackt mit allen technischen Möglichkeiten des französischen Autobauers und seiner Konkurrenz wieder voraus, wenn auch nicht mehr ganz so weit wie beim legendären Vorgänger. Die unter der Leitung des Chefdesigners Robert Opron gestaltete Karosserie des Citroën CX orientierte sich nur wenig am DS. Lediglich die schmale Spurweite der Hinterachse und das lange Fließheck erinnerten noch an den „göttlichen“ Vorfahren. Der Namensgeber war beim CX schlicht und einfach der Windkanal. CX, das ist der französische Begriff für den cW-Wert, welcher bei dem neuen oberen Mittelklasse-Wagen mit einem Wert von 0,39 für Mitte der 1970er-Jahre erstaunlich gut war.
Erbe einer Göttin (24 Bilder)

Andrang am Citroën-Stand des Pariser Autosalons 1974. Zuvor wurde der CX bereits privat dem damaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing präsentiert.
Eigenwillig im Detail
Auch technisch hatte der CX für die damalige Zeit einiges zu bieten. So verfügte er unter andrem über hydropneumatische Federung, Einzelradaufhängung, Scheibenbremsen rundum und später auch über eine von der Geschwindigkeit abhängige Servolenkung. Kein Wunder, dass der zwar im Design eigenwillige, aber technisch seiner Zeit weit voraus fahrende CX im Jahr 1975 zum „Auto des Jahres“ gekürt wurde. Doch der technische Vorsprung hatte seinen Preis: Im gleichen Jahr wurde Citroën von Peugeot übernommen.