Verdi vs. Amazon: Hunderte im Ausstand

Die Streiks an fünf Amazon-Standorten gehen weiter: Die Gewerkschaft rechnet am zweiten Streiktag mit rund 1800 Beschäftigten im Ausstand, Amazon sprach am ersten Tag von knapp 1400 Streikenden.

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  • dpa

Blick in die Verpackungsebene des Amazon-Logistikzentrums in Leipzig.

Beschäftigte des Online-Versandhändlers Amazon haben auch am Dienstag ihre Arbeit an fünf Standorten niedergelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi waren die Verteilzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben bei Augsburg sowie Werne und Rheinberg (beide NRW) betroffen.

Verdi vs. Amazon
Amazon

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Amazon liegen in Deutschland seit langem im Streit über den Tarifvertrag für die Beschäftigten: Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt.

Amazon erklärte erneut, dass die Streiks keinerlei Auswirkungen auf das Geschäft hätten. Kunden erhielten ihre Ware pünktlich.

Verdi rechnet damit, dass sich am Dienstag ähnlich viele Mitarbeiter an dem Ausstand beteiligen wie am Montag. In Bad Hersfeld sollen nach Angaben eines Sprechers etwa 500 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, in Graben geht Verdi von rund 400 Streikenden aus. In Leipzig rechnet die Gewerkschaft mit etwa 350 Teilnehmern, in Rheinberg und Werne sollen zusammen 500 Mitarbeiter streiken. Nach Angaben von Amazon hatten sich am Montag insgesamt knapp 1400 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt. Bei den vorherigen Streiks bei Amazon im September haben sich laut Verdi rund 2000 Beschäftigte beteiligt.

In Bad Hersfeld, Leipzig, Graben und Rheinberg hat Verdi bis einschließlich Mittwoch zum Ende der Spätschicht zum Streik aufgerufen, in Werne soll bis einschließlich Dienstag zum Ende der Spätschicht gestreikt werden.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiter. (jk)