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Das Cayenne-Einstiegsmodell darf nun als letzte Version vom Achtgang-Wandlerautomaten profitieren, es wird damit ab 2015 zum Serienstandard beim Cayenne. So weit die gute Nachricht. Dass das Sportmodell Cayenne GTS nun den 3,6-Liter-V6-Biturbo aus dem Cayenne S bekommt, stimmt weniger feierlich

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Von
  • Stefan Wagner
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Zuffenhausen, 7. November 2014 – Porsche stellt auf der Los Angeles Auto Show (21. bis 30. November 2014) die überarbeiteten Cayenne-Modelle vor. Das 3,6-Liter-V6-Einstiegsmodell darf nun als letzte Version in Verbrauch, Beschleunigung und Komfort vom Achtgang-Wandlerautomaten profitieren. Dieses Getriebe wird damit ab 2015 zum Serienstandard beim Cayenne. So weit die gute Nachricht. Dass das Sportmodell Cayenne GTS nun den 3,6-Liter-V6-Biturbo aus dem Cayenne S bekommt, stimmt dagegen weniger feierlich, denn der V8 war nicht nur charakterstärker sondern hinsichtlich seiner Drehmomentcharakteristik ein sportwagenkompatibler Linearbeschleuniger. Um den Abschied zu erleichtern, wurde der V6 immerhin kräftiger.

Porsche wird durch die neue GTS-Motorisierung noch mehr zur Turbo-Marke (sogar der heilige 911 wird ab dem 2015er Facelift die Sauger durch Turbomotoren ersetzen), aber der Trend zum Downsizing trifft eben auch Sportwagenhersteller. Im neuen GTS leistet der V6 mit 440 PS und 600 Nm nochmal 20 PS und 50 Nm mehr, der Vorgänger-GTS mit V8 brachte es auf 420 PS und 515 Nm. In 5,2 Sekunden beschleunigt der neue Cayenne GTS von null auf 100 km/h, mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket sind es 5,1 Sekunden. Der alte GTS brauchte eine halbe Sekunde länger. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 262 km/h, den Verbrauch gibt Porsche mit 9,8 Liter an, fast einen Liter weniger als bisher. Ob der V6 trotz serienmäßiger Sportauspuffanlage im Klang an den Achtzylinder heranreicht, wird sich zeigen. Wie bei den jüngsten GTS-Modellen (Boxster, Cayman, 911) üblich, hat auch der Cayenne GTS reichlich Serienausstattung an Bord. Dazu gehören das PASM-Fahrwerk mit aktivem Dämpfersystem und 24 Millimeter Tieferlegung sowie die 390-Millimeter-Bremse mit roten Sätteln aus dem Cayenne Turbo. Ein Luftfahrwerk mit 20 Millimeter Tieferlegung ist gegen Aufpreis erhältlich.

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Downsizing auch beim Upsize-Porsche

Optisch setzt sich der Cayenne GTS durch die Turbo-Front mit größeren Lufteinlässen sowie krawalligere Schweller- und Radhausverbreiterungen von seinen schwächeren Kollegen ab. Außerdem ist so gut wie alles in Wagenfarbe lackiert. Der Rest ist fast komplett schwarz. Dazu gehören alle Schriftzüge, die 20-Zoll-Räder, die Auspuffrohre, das Innenleben der Bi-Xenon-Leuchten und die abgedunkelten LED-Rücklichter. "Typisch GTS" gilt auch für das Interieur. Neben den elektrisch verstellbaren Sitzen sind auch die meisten anderen Teile des Cockpits mit Alcantara bezogen. Optional wird ein Innenraum-Paket in Rot oder Silber angeboten. Es umfasst das Drehzahlmesser-Zifferblatt, Ziernähte, Kopfstützenschriftzug und Gurte. Der neue Cayenne GTS geht Ende Februar 2015 in den Verkauf und kostet mindestens 98.152 Euro. Damit ist er knapp 18.000 Euro teurer als der Cayenne S.