Gelände-G-Klasse

Mercedes-Benz plant einen ziemlich vernünftigen Zweiachser auf Basis des eher etwas exaltierten G 63 AMG 6x6. Es handelt sich dabei um eine mit den gleichen Portalachsen höhergelegte Variante des bereits erhältlichen G 63 AMG 4x4 und gleichem Antriebsstrang

vorlesen Druckansicht 6 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Affalterbach, 1. Dezember 2014 – Mercedes-Benz plant einen ziemlich vernünftigen Zweiachser auf Basis des eher etwas exaltierten G 63 AMG 6x6. Es handelt sich dabei um eine mit den gleichen Portalachsen höhergelegte Variante des bereits erhältlichen G 63 AMG 4x4 und gleichem Antriebsstrang. Die Bilder zeigen einen nur wenig getarnten Prototyp, der derzeit eine Testphase durchläuft. Der extreme Geländewagen soll bereits 2015 vorgestellt werden.

Der aufgrund seiner Prototypenfarbe intern als "Green Monster" deklarierte G 63 AMG 4x4 soll vom bekannten 5,5-Liter-Biturbo-V8 angetrieben werden. Wie im G 63 leistet das Aggregat 544 PS und 760 Nm, die über eine Siebengang-Speedshift-Automatik an alle vier Räder gehen. Dazu gibt es eine Geländeübersetzung und drei separate Differenzialsperren. Der G 63 4x4 wird in etwa die gleiche Höhe aufweisen wie der G 63 6x6, der eine Bodenfreiheit von 460 Millimeter und eine Watttiefe von 1000 Millimeter erreicht, wenn er die 37-Zoll-Räder seines dreiachsigen Vorläufermodells übernimmt. Das aber halten wir für ziemlich wahrscheinlich.

Gelände-G-Klasse (15 Bilder)

Der Mercedes G 63 AMG 4x4 soll 2015 auf den Markt kommen.

Eine Höherlegung mit Portalachsen bedeutet nicht nur mehr Bauchfreiheit, wie man sie durch längere Federn erreichen würde, sondern bei gleichbleibender Reifendimension auch mehr Luft unter den Achsen selber. Die Reifen bleiben aber nicht gleich, denn durch die Übersetzungen in den Radvorgelegen können größere Räder montiert werden, ohne die Antriebswellen stärker zu stressen. Das Thema ist in (solventen) Offroaderkreisen zur Zeit eine regelrechte Mode, die mittlerweile dazu geführt hat, dass sogar einige Hersteller Achsportale zur Nachrüstung üblicher Starrachsen bauen.

Kein Wunder, dass die lifestyle-getriebene Firma AMG da aufspringt - zumal, wenn es die Achsen im eigenen Haus nun "aus dem Regal" gibt. Die Portalachsen sind gewissermaßen ein Abfallprodukt der 6x6-G-Klasse-Entwicklung für die Australische Armee. Abgesehen von der gewonnenen absoluten Geländefähigkeit schaut so eine Höherlegung natürlich auch ungemein spektakulär aus. Das Einzige, was man dem Auto nun vorwerfen muss, ist seine Realitätsferne. Denn jene, die wirklich von so einem Fahrwerk profitieren würden, können sich keinen AMG leisten - die brauchen ein solide (also einfach) motorisiertes Arbeitsgerät mit kärcherfestem interieur statt Plüsch und Leder.

Während Mercedes im kommenden Jahr die nächste Hardcore-Variante der G-Klasse auf den Markt bringt, wird im Hintergrund bereits an einer substanziellen Überholung der Offroad-Koryphäe gearbeitet. 2017 soll eine G-Klasse auf den Markt kommen, in der Änderungen bis in die Grundzüge der Plattform den Geländewagen vor allem viel leichter machen. (fpi)