Mifa: Unternehmer übernimmt insolventen Fahrradbauer

Ein Unternehmer aus Sachsen-Anhalt wird laut Wirtschaftsminister Möllring den Fahrradbauer Mifa übernehmen. Der Investor stecke eigenes Geld in das Unternehmen. Die Landesregierung habe gegenüber der landeseigenen Investitionsbank eine Garantie übernommen

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Mifa hat zuletzt einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro gemacht.

(Bild: ADFC/Jens Schütte)

Ein Unternehmer aus Sachsen-Anhalt wird laut Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) den Fahrradbauer Mifa in Sangerhausen übernehmen und alle 600 Arbeitsplätze erhalten. Der Investor stecke eigenes Geld in das Unternehmen. Die Landesregierung habe aber gegenüber der landeseigenen Investitionsbank eine Garantie übernommen, damit der Investor einen Betriebsmittelkredit erhalte, sagte Möllring der Deutschen Presse-Agentur. Der Vertrag sollte noch am Donnerstag unterzeichnet werden. Finanzielle Details nannte der Minister nicht. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther wollte den Verkauf zunächst nicht kommentieren. Erst müssten die Verträge unterzeichnet sein, hieß es.

Mifa hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem der geplante Einstieg indischer Investoren geplatzt war. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Fehler in der Bilanz entdeckt, wodurch rund 30 Millionen Euro fehlten. Der Umsatz lag zuletzt bei mehr als 100 Millionen Euro im Jahr, als Umsatztreiber galt der Boom bei Elektrofahrrädern. Das Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit war am 1. Dezember 2014 eröffnet worden. Insolvenzverwalter Flöther hatte angekündigt, an der geplanten Ausweitung der Produktion festzuhalten. Im Januar 2015 soll die saisonbedingte Kurzarbeit enden und wieder die volle Produktion gestartet werden.

(dpa)

Mifa ist an die Unternehmerfamilie von Nathusius aus Haldensleben verkauft worden. Der Investor übernehme den gesamten Geschäftsbetrieb und alle 600 Mitarbeiter, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit. Der Vertrag sei in der vergangenen Nacht unterzeichnet worden. Die Gläubigerversammlung habe dem Verkauf bereits zugestimmt, die Genehmigung durch die Kartellbehörde sei beantragt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Betriebsübergang sei für Mitte Januar 2015 geplant.

(dpa) (mfz)