Boxer-Sport
Wer bei dem Sportmodell auf höhere Spitzenleistung spekuliert hat, sieht sich enttäuscht, immerhin hat die HP2 Sport von 2007 bereits 133 PS. Alles andere an der neuen RS ist eine angenehme Überraschung, sie wirkt zum ersten mal schlank und dynamisch
- Ingo Gach
Köln, 29. Dezember 2014 – Sie war einst das stolze Flaggschiff der BMW-Motorrad-Flotte und auch heute noch besitzt die RS mit Boxermotor eine große Anhängerschar. Außer Frage, dass dieser Antrieb in Neuauflage weiter eingebaut werden würde. Die Münchner haben sich etwas Zeit gelassen, schließlich wurde die R 1200 GS mit dem ersten nicht mehr rein luftgekühlten Boxer-Motor bereits auf der Intermot 2012 vorgestellt. Mit zwei Jahren Verzögerung wurde die R 1200 RS ebenfalls in Köln enthüllt und das Warten hat sich gelohnt. Motormäßig bleibt – fast – alles beim Alten: zwei Zylinder mit je zwei obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwellen, 1170 cm3, 125 PS bei 7750/min und 125 Nm bei 6500/min. BMW verkündet zwar, dass die RS durch eine geänderte Airbox und neue Abgasanlage im unteren Drehzahlbereich sogar die eine oder andere Pferdestärken mehr antraben lässt als die GS und RT, aber das ist für die Sportfraktion, die eher Wert auf hohe Spitzenleistung legt, eigentlich unerheblich.
Ästheten können aufatmen
Wer also bei dem Sportmodell auf eine höhere Topleistung spekuliert hat, sieht sich enttäuscht, immerhin hat die HP2 Sport von 2007 bereits 133 PS mobilisiert. Alles andere an der neuen RS ist aber eine angenehme Überraschung, sie wirkt zum ersten Mal in ihrer langen Historie seit 1976 nicht, als würde sie an Übergewicht leiden. Schlank und dynamisch tritt sie auf. Eine fast schon grazile Halbschalenverkleidung mit schräg angesetzten und annähernd symmetrischen Doppelscheinwerfern (viele BMW-Modelle wurden für ihre asymmetrischen Scheinwerfer von Ästheten abgewatscht) sowie einem Heck, das nicht spontan Assoziationen mit einem bayerischen Brauereipferd aufkommen lässt. Genaugenommen ist sie die erste Serien-Boxer-BMW bei der das Kürzel „RS“ für Rennsport tatsächlich der Realität nahe kommt und sogar gewisse Designelemente des Supersportlers S 1000 RR übernommen hat. Auch wenn wohl nur die wenigsten Kunden sich heute noch mit einer Boxer-BMW auf die Rennstrecke verirren, werden sie mit der RS auf Landstraßen und Alpenpässen ihrem Hang zur sportlichen Fortbewegung gut nachgehen können.
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