Gazprom kauft EnBW-Erdgastankstellen
Der russische Energiekonzern Gazprom hat die Erdgastankstellen des deutschen Versorgers EnBW übernommen und baut sein Netz damit weiter aus. Gazprom baut sein Netz von jetzt 28 Tankstellen in Deutschland bis Ende des Jahres auf 35 aus
(Bild: Gazprom)
Der russische Energiekonzern Gazprom hat die Erdgastankstellen des deutschen Versorgers EnBW übernommen und baut sein Netz damit weiter aus. Zum Kaufpreis für die vier Anlagen in Stuttgart
und dem etwa 50 Kilometer südwestlich gelegenen Nagold machten beide
Unternehmen keine Angaben.
Erdgasfahrzeuge sind ein zusätzlicher Absatzkanal für Gazprom, das sein Netz von jetzt 28 Tankstellen in Deutschland bis Ende des Jahres auf 35 ausbauen will. Bundesweit gibt es etwa 920 Erdgastankstellen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes mehr als 9100 Personenwagen und Nutzfahrzeuge mit Erdgasantrieb neu zugelassen.
„Mit der Übernahme forcieren wir den Ausbau unseres Erdgastankstellennetzes und bekräftigen zugleich unser Engagement für den umweltschonenden Einsatz von Erdgas als Kraftstoff in Deutschland“, sagte ein Gazprom-Sprecher. Bei EnBW hieß es, der Versorger richte sein Augenmerk verstärkt auf den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Für die Kunden mit Erdgasautos soll der Wechsel keine Folgen haben.
Gazprom deckt mit seinen Erträgen einen großen Teil des russischen Staatshaushalts. Die EU-Kommission wirft Gazprom vor, osteuropäischen Ländern wie Tschechien und Polen viel zu hohe Preise zu diktieren und hat deswegen ein Kartellverfahren eingeleitet.
(dpa) (fpi)