Positiv denken!
Man kann fast allem auch eine positive Seite abgewinnen. Sogar dem jĂĽngsten Datenskandal bei der Bahn.
Eigentlich gibt es grade wieder jede Menge Gründe schlecht drauf zu sein: Die EU-Bürokratie hat eine Stunde meines kostbaren und raren Nachtschlafes zwangsenteignet, die ich erst im Herbst wieder zurück bekomme, die Bezeichnung Sommerzeit ist angesichts des Wetters ein Hohn und ich verbringe den schönen Sonntag Abend damit, eine Kolumne zu schreiben statt meine kostbare Arbeitskraft zu regenerieren.
Aber man soll sich ja mental nicht immer so hängen lassen. Schließlich kann man fast allem auch eine positive Seite abgewinnen: Tschacka Baby – von Obama lernen, heißt siegen lernen. Nehmen wir doch nur mal den jüngsten Datenskandal bei der Bahn. Die sollen täglich 150.000 Mails gefiltert haben. Schlimme Sache eigentlich – üble Stasi-Methoden und all dies.
Aber mal abgesehen davon, dass das erklärt, warum die Anfragen bei der DB-Pressestelle scheinbar immer so schleppend bearbeitet werden – die sind da nämlich gar nicht so langsam, es dauert nur immer so lange, bis die Mails da überhaupt ankommen. Also mal ab von diesem kleinen Erkenntnisgewinn muss ich doch sagen, das rückt die Beurteilung der technischen Fähigkeiten der DB in ein völlig neues Licht. Ganz ehrlich: Die Mails von 70-80.000 Mitarbeitern in Echtzeit zu filtern – und zwar so, dass es erstens nicht gleich jeder weiss, und dass die Chefetage auch gezielt in den Mailverkehr intervenieren kann, dass ist technisch gar nicht mal so trivial.
Respekt, Respekt, wenn das wirklich stimmt, dann war die Bahn zumindest in der Lage, ein paar Leute anzuheuern, die ein bisschen was von IT verstehen. Das ist doch erst mal gut, oder? Da tut sich doch ein echtes Exportpotenzial auf. Ich bin sicher, für diese Fähigkeiten gibt es einen Markt. Nicht immer Fehler suchen, nach vorne diskutieren! Wie wäre es denn beispielsweise, wenn man die Jungs und Mädels mal an ein paar ernsthafte Problem ranlässt: Beispielsweise die Frage, wie man bei gegebenem Material und Streckennetz die Mobilität der Bevölkerung optimiert, statt den Gewinn des Konzerns. Ich bin sicher, das können die auch. (wst)