Alfas letzte Chance

Mit einer sportlichen Limousine startet Alfa Romeo sein Comeback. Sergio Marchionne, Chef des Mutterkonzerns sagt: Mit der neuen Giulia bekommt Alfa seine letzte Chance. Sie soll zumindest ein bisschen mit BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse mithalten können

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Von
  • JĂĽrgen Wolff
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Arese, 25. Juni 2015 – Alfa Romeo präsentiert ein neues Auto mit altem Namen, die neue "Giulia". Glaubt man den Worten von Sergio Marchionne, Chef des Alfa-Mutterkonzerns FCA (Fiat/Chrysler), dann dürften bis 2018 sieben weitere neue Modell folgen. 400.000 Fahrzeuge sollen dann jährlich verkauft werden – heute sind es gerade mal 70.000.

Die Stufenhecklimousine, die es auch als Kombi geben wird und die intern den Code "Tipo 952" trägt, basiert auf einer neuen, auch allradtauglichen Plattform, deren Gene vom Ghibli der Schwestermarke Maserati stammen. Und sie kehrt – hörbares Aufatmen bei den Alfisti – wieder zum fahrdynamisch sportlichen Prinzip des Standardantriebs zurück. Dazu passt die ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse von rund 50:50, je nach Motorisierung und ein später kommender Allradantrieb.

Alfas letzte Chance (14 Bilder)

Ihre Präsentation im Firmenmuseum hat die Giulia dem Rückgriff auf glorreiche Zeiten zu verdanken. Die Giulia der 60er-Jahre war ihrer Zeit weit voraus - ein heute nahezu uneinholbares Vorbild.
(Bild: Wolff)

Das werden neu entwickelte Vier- und Sechszylinder mit 1,4 und 1,8-Liter, respektive 2,5 und 3,0 Liter Hubraum sein. Von bis zu 510 PS und einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden in einer Alfa Giulia Quadrifoglio Verde ist die Rede und von bis zu 300 PS bei den Dieselaggregaten, die es auch als Vier- und Sechszylinder geben soll. Aus der Gerüchteküche brodelt es, man hört sogar von einer Variante mit Ferrari-Motor. Gekoppelt werden die Aggregate jedenfalls mit dem automatisierten Sechsganggetriebe TCT.

Das Design ist typisch: Vorne der Grill mit dem nach unten spitz zulaufenden und oben vom Alfa-Logo gekrönten Scudetto, zwei üppige, mit schwarzen Rautengitter verblendete Lufteinlässe, weit in die Kotflügel reichende Scheinwerfer. Weitere Merkmale sind eine stark konturierte, lange Motorhaube mit zwei schwarz vergitterten Lufteinlässen, kurze Überhänge, langer Radstand, die coupéhafte Dachlinie, Haifischkiemen hinter den vorderen Radkästen, ein kurzer Kofferraum und schmale, weit zur Fahrzeugmitte reichende Rückleuchten. Vorne signalisiert ein Splitter Sportlichkeit. Anders als erwartet sind die Griffe der hinteren Türen nicht wie bei diversen Vorgängermodellen versenkt, sondern ganz normal ausgebildet.