Beruf mit Zukunft

Laut einer Studie soll der Markt für so genannte "Digital Home Support Services" allein in den USA bis 2011 auf eine Milliarde Dollar anwachsen. Ist dieser neuartige "digitale Raumausstatter" ein Traum- oder eher ein Horrorjob?

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Das Internet führt und führte bekanntlich zu einer massiven Rationalisierung: Traditionelle Jobs fallen weg, weil man inzwischen z.B. vieles aus der Ferne erledigen kann. Gleichzeitig bleibt das Netz aber (mit Rückschlägen) eine Job-Maschine: Neue Berufe entstehen, die man vor wenigen Jahren nicht einmal für möglich gehalten hätte.

Die neue Kategorie der "Digital Home Support Services" gehört dazu. Dabei handelt es sich, um es mal ein wenig salopp auszudrücken, um einen digitalen Raumausstatter: Es sind Menschen, die anderen Menschen bei der Einrichtung, Wartung und dem Einkauf von Unterhaltungsprodukten aus Nullen und Einsen behilflich sind.

Laut einer Studie von Parks Associates soll dieser Markt in den nächsten Jahren massiv wachsen. In den USA sei ein Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar bis Ende 2011 möglich, heißt es. Und was machen diese Menschen? Sie müssen dafür sorgen, dass die Kunden, die zunehmend vom gigantischen digitalen Unterhaltungsangebot überrollt werden, ordentlich mit ihrer Technik interagieren können.

Mich erinnert das ein wenig an das lange angekündigte papierlose Büro: Trotz Computerbildschirmen überall ist unser Druckvolumen in den letzten Jahren weiter angewachsen. Hier ist es hingegen so, dass die Hersteller eine kinderleichte Bedienung ihrer Flachbildfernseher, Festplattenrekorder und Digital Home-PCs versprechen, dies aber keineswegs einhalten können.

Und so wird eben der "Digital Home Supporter" gerufen, das Chaos zwischen WLAN-Router-Aussetzern, stotterndem IPTV und heiß laufender Set-Top-Box zu lichten. Kurt Scherf, Autor der Parks Associates-Studie, bringt es hübsch auf den Punkt: "Kunden ärgern sich schon immer über die Komplexität heutiger Digital Home-Produkte – genauso wie sie schon immer bereit sind, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen." Schafft sich da ein Markt einfach einen anderen?

Natürlich hat man auch schon früher Spezialisten beschäftigt – vom Klavierstimmer für die Hausmusik über den Verkabler für High-End-Stereoanlagen bis hin zum Satelliten-Spezi, der die Astra-Schüssel korrekt ausrichtet. Doch so komplex wie das "digitale Heim" waren die Ansprüche noch nie. Ein guter "Digital Home Supporter" muss also vielfältig gebildet sein. Nach einem Traumjob klingt das trotzdem nicht. Oder würden Sie gerne den lieben langen Tag versuchen, die Multimedia-Komponenten von Windows Vista zu aktivieren? (wst)