UMTS-Auktion: 85 Milliarden Mark Lizenzsumme erreicht

Im Milliardenpoker um die UMTS-Mobilfunklizenzen nähern sich die sechs verbliebenen Bieter "langsam der Schmerzgrenze", meinte der Chef der Regulierungsbehörde.

vorlesen Druckansicht 47 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • JĂĽrgen Kuri

Im Milliardenpoker um die UMTS-Mobilfunklizenzen nähern sich die sechs verbliebenen Bieter "langsam der Schmerzgrenze". Mit dieser Einschätzung kommentierte am heutigen Dienstag der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, die Höchstgebote nach der 150. Auktionsrunde. Zum Ende des heutigen Versteigerungstages erreichten die Gebote 85,66 Milliarden Mark. Dies war auch gleichzeitig die Lizenzsumme, also die gebotenen Beträge, die gültige Kombinationen aus mindestens zwei und höchstens drei Frequenzpaketen ergaben.

In der 150. Runde gab E-Plus für kein Frequenzpaket das höchste Gebot ab. An der Spitze des Bieterfelds lag Mannesmann Mobilfunk mit 21,58 Milliarden Mark für eine große Lizenz aus drei Frequenzpaketen, gefolgt von T-Mobil; die Telekom-Tochter bot ebenfalls für eine große Lizenz 21,29 Milliarden Mark. 3G (14,36 Milliarden Mark), Mobilcom (14,38 Milliarden Mark) und Viag Interkom (14,03 Milliarden Mark) gaben jeweils für zwei Frequenzpakete die Höchstgebote ab.

E-Plus hatte ebenso wie Viag Interkom bereits angekündigt, nur noch für zwei Frequenzpakete mitsteigern zu wollen. Da aber nicht davon auszugehen ist, dass E-Plus ganz auf eine UMTS-Lizenz verzichten will, geht das muntere Bieten am morgigen Mittwoch weiter. In der Regulierungsbehörde werden jetzt zwei Entwicklungen für möglich gehalten: Die sechs Bieter gehen mit jeweils zwei Frequenzpaketen nach Hause. Oder ein Bewerber scheidet aus; dann erhalten zwei Bewerber je drei Pakete und drei erhalten je zwei Pakete. Es sei auf jeden Fall am Mittwoch mit einem langen Tag zu rechnen, hieß es.

Unklar ist, wie sich Mobilcom und das finnisch/spanische Bieterkonsortium 3G (Sonera/Telefonica) weiter verhalten werden. Ein Mobilcom-Sprecher wollte sich hierzu nicht äußeren. Er ging aber davon aus, dass die Auktion schnell zu Ende geht, wenn ein weiterer Bewerber aussteigt. Am vergangenen Freitag hatte die Stuttgarter Debitel als erster Bieter das Handtuch geworfen. Als weiterer Kandidat, der vorzeitig aufgeben könnte, wird unter Experten 3G gehandelt. Allerdings steht hinter dem Konsortium der finanzkräftige spanische Konzern Telefonica, der inzwischen sogar als Interessent für die Übernahme seines finnischen 3G-Partners Sonera gehandelt wird. Jedoch haben beide Firmen bislang weder ein eigenes Mobilfunknetz noch einen Kundenstamm in Deutschland – sie böten sich daher einer anderen Firma mit UMTS-Lizenz als kapitalstarker Partner an, wenn 3G keine eigene Lizenz hier zu Lande erhält. (jk)