Über Online-Tauschbörse Scour kreisen die Geier

Die seit Oktober insolvente Online-Tauschbörse für Musik- und Video-Dateien ist endgültig am Ende - und Bieter für ihre Technologie sind schon zur Stelle.

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Die seit Oktober insolvente Online-Tauschbörse für Musik- und Video-Dateien Scour.com ist endgültig am Ende – und die Bieter um ihre Technologie sind schon zur Stelle.

In Schwierigkeiten war Scour im Juli durch ein Gerichtsverfahren wegen angeblichern Urheberrechtsverletzungen geraten, das das Unternehmen Unsummen kostete. Geklagt hatte unter anderem die Motion Picture Association of America (MPAA), die Scour vorwarf, mit ihrer Tauschbörse die Verbreitung raubkopierter DVD-Filme zu unterstützen. Dies schreckte wiederum Investoren ab.

Im September hatte Scour daraufhin angekündigt, zwei Drittel der Belegschaft abzubauen. Schon damals waren Gerüchte über einen bevorstehenden Zusammenbruch des Unternehmens immer lauter geworden. Einen guten Monat später zog Scour die Notbremse und stellte einen Insolvenzantrag. Nun gab die Firma bekannt, ihre Website in den kommenden Tagen endgültig zu schließen.

Ein Konkursgericht soll die Technologie der Firma, die wie Napster auf die Peer-To-Peer-Technik setzte, unter den Hammer bringen. Das Mindestgebot soll bei 250.000 US-Dollar liegen. Interessenten haben sich bereits gemeldet, darunter die CenterSpan Communication Corporation, die nach Aussage ihres Sprechers ein "legales Napster" aufziehen will. Bereits am Monatsanfang hatten die Betreiber der Musik-Site Listen.com ein Kaufangebot für Teile der insolventen Firma abgegeben. Wie jetzt herauskam, waren dabei fünf Millionen US-Dollar in bar und über 500.000 Listen.com-Aktien offeriert worden. (nij)