Pannenserie bei GMX reiĂźt nicht ab

Die Software des Freemail-Anbieters GMX scheint sich an die korrekte Kalenderzählung erinnert zu haben: Pünktlich zum offiziellen Jahrtausendwechsel wirkte sich ein Bug aus.

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Die Software des Freemail-Anbieters GMX scheint sich an die korrekte Kalenderzählung erinnert zu haben: Pünktlich zum offiziellen Jahrtausendwechsel wirkte sich dort offensichtlich ein Bug aus. GMX beförderte die Mails einer noch unbekannten Zahl von GMX-Kunden direkt in den Papierkorb.

Wer also vergeblich auf Neujahrsgrüße gewartet hat und sein Postfach bei GMX per POP bedient, sollte dringend einmal im Web in den Ordner "Gelöschte Nachrichten" sehen. Normalerweise löscht GMX Mails, die in diesen Ordner befördert werden, am folgenden Tag. Diese Regel hat der Mailprovider nun scheinbar außer Kraft gesetzt: Auf unseren anonymen Testaccounts lagern die Testmails seit der Sylvesternacht bereits deutlich über 24 Stunden unangetastet im Papierkorb.

Von dem Fehler betroffenen GMX-Nutzern empfehlen wir dennoch, vorsichtshalber wichtige Mails per Web-Frontend aus dem "Gelöscht"-Ordner möglichst bald in beliebige andere Ordner zu verschieben. Wie viele Kunden von dem Problem betroffen sind, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. Auch im Internet informiert der Dienst die Kunden bislang nicht über den Vorfall. Auf jeden Fall aber erstreckt sich die Panne sowohl auf den Freemail-Bereich als auch auf die bezahlten ProMail-Konten. Gegenüber heise online kündigte GMX-Sprecherin Marion Schanzer an, im Laufe des heutigen Dienstags Einzelheiten zur Panne bekannt geben zu wollen.

Der Bug reiht sich in eine ganze Serie von kleinen und großen Pannen beim Münchner Freemail-Provider ein. Ende November des vergangenen Jahres "verschluckte" der Provider beispielsweise eingehende Mails plötzlich kommentarlos. Im Juli 2000 löschte er versehentlich die Online-Mailarchive von 118.000 Kunden. (hob)