Zeitzeugen im Renntempo

Der AvD Oldtimer-Grand-Prix hat zum 43. Mal Petrolheads aus aller Welt zum Nürburgring gelockt, wie schon bei der Anfahrt die vielen, bunten Nummernschilder erkennen lassen. Der OGP ist mit seiner dichten Rennatmosphäre für viele Auto-Begeisterte der Höhepunkt des Jahres

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Von
  • Marcel Sommer
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München, 10. August 2015 – Der AvD Oldtimer-Grand-Prix hat zum 43. Mal Petrolheads aus aller Welt zum Nürburgring gelockt, wie schon bei der Anfahrt die vielen, bunten Nummernschilder erkennen lassen. Rot-weiß ist das Schild am 20 Jahre BMW M3 von Familie Peterson aus Dänemark. „Wir lieben klassische Autorennen und der OGP ist für uns der Höhepunkt des Jahres. Auch, wenn wir dafür 800 Kilometer anreisen müssen.“ Der Verkehr rund um die Ruine der Nürburg kommt dabei bisweilen komplett zum Erliegen .

Unverkennbar im amerikanischen Englisch über Oldtimer philosophierende Besucher entströmen ganzen Bus-Karawanen vor den Toren der Start-, Ziellinie. Darunter der weltbekannte Porsche-Fan und -Sammler Magnus Walker, der in seiner unvergleichlichen Art ganz gemächlich und Meter für Meter über das Gelände schleicht. Seinen gut geschulten Sammleraugen entgeht keine Besonderheit, auch nicht die von Isdera-Schöpfer Eberhard Schulz entwickelten und gebauten Exoten. Die von entweder einem V8 oder einem Reihensechszylinder angetriebenen Sportwagen ziehen jedes Jahr die Blicke auf sich. Vor allem der Autobahnkurier 116i, ein viersitziges Einzelstück mit zwei V8-Motoren und insgesamt zehn Litern Hubraum, lässt Magnus Walker nur noch eines sagen: „Du kannst nie genug Power haben!“

Zeitzeugen im Renntempo (20 Bilder)

Beim Oldtimer Grand Prix wird hart um Plätze gekämpft. Hier zwei Jaguar E-Type. (Bild: Marcel Sommer)

Auf der großen Fläche im Infield des Nürburgring-Grand Prix-Kurses reihen sich wie jedes Jahr die Stände von Autoclubs und Herstellern aneinander. Mit 10.000 Quadratmetern belegt die größte Fläche, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, mal wieder Porsche. Stoßstange an Stoßstange, Heckflügel an Heckflügel und Aluminium an Legosteinen sind hier zu bewundern. Lego? Ja, denn das Auto mit der größten Menschentraube drumherum besteht nur zur Hälfte aus dem Original-Chassis eines Porsche 911 RSR. Die andere Hälfte setzt sich aus rund 380.000 Spielzeugklötzchen zusammen. Zu feiern gab es bei Porsche 30 Jahre 959.

Die eigentlichen Superstars des Oldtimer-Grand-Prix sind aber die wirklich alten Rennwagen. Ob Mercedes, Opel oder BMW – es gibt so gut wie keine Marke, die hier nicht ihre alten Schätze im Renntempo über den Grand Prix-Kurs bewegen lässt.