Laser-TV: zweiter Anlauf

Die Idee ist eigentlich schon fast 20 Jahre alt. In den kommenden Jahren soll das Laser TV nun auch endlich die Läden erobern.

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Von
  • Denis Dilba
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Volle Farbbrillanz, schärfste Kontraste und eine Auflösung, die nur noch durch die Sehschärfe des menschlichen Auges begrenzt ist. Die Idee ist eigentlich schon fast 20 Jahre alt. Bereits 1993 wurde der erste Prototyp eines Fernsehers auf Lasertechnik-Basis präsentiert. Vier Jahre später gab es für diese Innovation sogar den renommierten Deutschen Zukunftspreis. Dann wurde es allerdings sehr schnell wieder sehr ruhig um das Thema Laser-TV. Zu Recht: Für eine Markeinführung zu bezahlbaren Preisen waren die dafür notwendigen Technologien zu aufwendig. Noch 2001 besaßen die Geräte die Größe einer Tiefkühltruhe, wogen 200 Kilo und kosteten rund 250 000 Euro.

Die beiden US-Unternehmen Arasor International und Novalux haben in Zusammenarbeit mit dem Elektronikkonzern Mitsubishi nun einen Prototyp vorgestellt, der den Durchbruch von Laser-TV realistischer erscheinen lässt. Dass das 50-zöllige Rückprojektions-TV nun bequem ins Wohnzimmer passt, liegt vor allem an einem neuartigen Lasersystem. Entwickler des „Novalux Extended Cavity Surface Emitting Laser“, kurz Nescel, ist Aram Mooradian, Novalux-Chief Technical Officer und ehemaliger Leiter der Quantenelektronik-Gruppe am MIT Lincoln Laboratory. „Unser Laser wird Plasmabildschirme und konventionelle TV-Technik nicht nur in der Bildqualität schlagen, sondern auch deutlich günstiger sein“, sagt Mooradian.

Verantwortlich für diese Vorteile sei die eingesetzte Lichtquelle. Während in herkömmlichen TV-Systemen aus einer Weißlichtlampe die verschiedenen Farbtöne gemischt werden, arbeiten im Fernseher von morgen gleich ganze Laserarrays. Der Aufbau ähnele so genannten „Surface Emitting“-Lasern, einer Entwicklung, die bereits in der optischen Kurzstrecken-Kommunikation eingesetzt werde, so Mooradian. Die Dioden in Necsel-Technik emittieren Licht anders als übliche LEDs nicht zur Seite, sondern nach oben. Hierdurch sollen sie sich mit höherer Leistung betreiben lassen: Laut Novalux kann ein einzelner Emitter sichtbares Licht mit bis zu 100 mW erzeugen, ohne dass die Diode zerstört wird.