Formel 1: Red Bull schließt Wechsel zu Mercedes aus

Helmut Marko, Motorsport-Chef von Red Bull, hat einen Wechsel des Motorenlieferanten für die nächste Saison eingeschränkt: „Das Thema Mercedes hat sich für uns erledigt“, sagt er der Bild. Schon seit einiger Zeit versucht das Team, einen neuen Lieferanten zu finden

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Helmut Marko, Motorsport-Chef von Red Bull, hat einen Wechsel des Motorenlieferanten für die nächste Saison eingeschränkt: „Das Thema Mercedes hat sich für uns erledigt“, sagt er der Bild. Schon seit einiger Zeit versucht das Team, einen neuen Lieferanten zu finden. Die Zusammenarbeit mit Renault, mit denen Red Bull zwischen 2010 und 2013 die Formel 1 dominierte, soll nach dem Willen von Marko beendet werden. Doch das dürfte nicht ganz einfach werden.

Seit der Saison 2014 fährt Red Bull den einstigen Erfolgen mehr oder weniger hinterher: Im vergangenen Jahr konnten sie noch drei Rennen gewinnen, in diesem noch nicht eines. Die Gründe sind vielfältig, der Motor von Renault dürfte nur eines der Probleme sein. Und die Franzosen wehren sich gegen die Kündigung von Red Bull – dem Team drohen schlimmstenfalls Strafzahlungen in Millionenhöhe und der Wegfall von Sponsoren, die Renault mitgebracht hat.

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Red Bull fährt seit 2014 nur noch selten an der Spitze. Die Schuld dafür gibt man vor allem dem Motorenlieferanten Renault.
(Bild: Red Bull)

Mit Markos Ausschluss von Mercedes als Motorenlieferant bleiben nicht mehr viele Optionen. Honda ist noch in der Aufbauphase: Der Antriebseinheit sollen, je nachdem, welche Quelle man heranzieht, zwischen 70 und 100 PS auf Mercedes fehlen. Zwar darf man Fortschritte erwarten, doch ob die Japaner schnell auf die Konkurrenz aufschließen, ist ungewiss – für ein Team, das möglichst schnell wieder um WM-Titel mitfahren will, scheint dieses Angebot nicht lukrativ.

Die Lösung wäre wohl eher in Italien zu suchen. Ferrari hat in dieser Saison deutlich aufgeholt und scheint auf absehbare Zeit am ehesten in der Lage zu sein, Mercedes ernsthaft Konkurrenz machen zu können. Mit Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel sind zwei Weltmeister im Team, die einen ähnlichen Fahrstil haben und sich auch persönlich gut verstehen. Vettel, der erst in dieser Saison von Red Bull zu Ferrari gewechselt ist, dürfte zudem noch gute Kontakte zu seinem Ex-Team haben. Beide Seiten haben immer wieder betont, sich im Guten getrennt zu haben.

Bei Ferrari scheint mit dem neuen Teamchef Maurizio Arrivabene endlich wieder Ruhe ins Team gekommen zu sein. Die Option, neben den Underdogs Manor Marussia und Sauber ein weiteres Team mit einer Ferrari-Antriebseinheit auszurüsten, hat für den Hersteller durchaus Vorteile. Ist die Antriebseinheit identisch, lassen sich die Chassis gut miteinander vergleichen. Mit Red Bull bekäme Ferrari unter Umständen allerdings auch wieder einen ernsthaften Konkurrenten, denn dass die Truppe um Helmut Marko in diesem Bereich zu Außergewöhnlichem fähig ist, haben sie zwischen 2010 und 2013 eindrucksvoll bewiesen. Sollte sich Red Bull tatsächlich von Renault trennen, worauf im Moment vieles hindeutet, scheint Ferrari aktuell der einzige Ausweg zu sein. Doch keine ernsthafte Alternative zu haben, ist nicht nur in der Königklasse keine komfortable Verhandlungsposition. (mfz)