Pilotanlage zur CO2-Abscheidung aus der Luft in Kanada

In Kanada ist eine Anlage vorgestellt worden, die der Umgebungsluft Kohlendioxid entzieht und daraus später Treibstoffe produzieren soll. Doch das System ist relativ teuer und energieintensiv.

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Pilotanlage zur CO2-Abscheidung aus der Luft in Kanada
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Von
  • Sascha Mattke

Das Unternehmen Carbon Engineering hat in der kanadischen Küstenstadt Squamish eine Pilotanlage vorgestellt, die der Umgebungsluft Kohlendioxid entzieht und in der nächsten Ausbaustufe Kerosin und Diesel daraus erzeugen soll. Der Harvard-Professor David Keith, Gründer des Unternehmens, geht nach eigener Aussage davon aus, nach einer Hochskalierung und unter Nutzung von Sonnenenergie Treibstoffe für 1 Dollar pro Liter produzieren zu können. Das berichtet Technology Review online in „Treibstoffe aus der Luft“.

Das System arbeitet mit einer Wand aus großen Ventilatoren, genannt Kontaktor, um Luft durch eine Flüssigkeit zu befördern, die mit dem enthaltenen Kohlendioxid reagiert. Die kohlendioxidreiche Lösung wird dann in mehreren Verarbeitungsschritten zu gasförmigem Kohlendioxid. In der nächsten Stufe, die noch mindestens ein Jahr auf sich warten lassen wird, soll das Gas dann mit durch Elektrolyse gewonnenem Wasserstoff zu Kerosin oder Diesel kombiniert werden.

In der Vergangenheit wurden solche Technologien mit dem Argument beworben, sie könnten die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre signifikant verringern und so den Klimawandel verlangsamen. Das aber ist einstweilen nur ein ferner Traum. Denn erstens sind derartige Systeme viel zu teuer, um sie im nötigen großen Maßstab einzusetzen – ähnlich wie bei CO2-Sequestrierung aus den Abgasen von fossilen Kraftwerken. Und zweitens benötigen sie selbst viel Energie für den Betrieb.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)