Abgasmanipulation: Nacharbeit an 540.000 Volkswagen

Wegen des VW-Abgas-Skandals sind wohl bei 540.000 Diesel-Fahrzeugen in Deutschland größere technische Änderungen als nur ein Austausch der manipulierten Software nötig. Davon sei nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) derzeit auszugehen

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Abgasmanipulation: Nacharbeit an 540.000 Volkswagen
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Wegen der Abgas-Manipulationen bei Volkswagen ist wohl bei 540.000 Diesel-Fahrzeugen in Deutschland größere technische Änderungen als nur ein Austausch der manipulierten Software nötig. Davon sei nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) derzeit auszugehen, teilte das Bundesverkehrsministerium heute in Berlin mit. Die Rahmenbedingungen für diese Änderungen an Motor bzw. Abgasanlage sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.

Das amerikanische ICCT hatte bereits 2014 gemessen und unerklärlich große Abweichungen festgestellt. Fragt sich nur, warum damals niemand bei Volkswagen reagierte.

(Bild: ICCT)

Hintergrund ist der vom KBA angeordnete verbindliche Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle. Volkswagen hatte bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen reichen sollen. Bei anderen Modellen sind darüber hinaus Anpassungen in der Motortechnik nötig – also Eingriffe nicht nur über die Programmierung.

Mitte Oktober hatte das KBA VW zu der zunächst als freiwillig geplanten Rückrufaktion verpflichtet. Europaweit fahren insgesamt etwa 8,5 Millionen Dieselautos mit betrügerischer Software zur Fälschung der Stickoxid-Emissionswerte betroffen, weltweit rund 11 Millionen. Die Großaktion soll laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Januar starten und dürfte sich bis zum Jahresende hinziehen.

Der Skandal hatte sich in der vorigen Woche noch ausgeweitet: Volkswagen teilte mit, dass es auch bei den Verbrauchsmessungen (über die Kohlendioxidemision, CO2) „Unregelmäßigkeiten“ gab. Unter den 800.000 Fahrzeugen mit falschen CO2-Werten sind nach Informationen Dobrindts auch 98.000 mit Ottomotor. „Sowohl das Vorgehen, das zu diesen Ergebnissen geführt hat, als auch die Ergebnisse selber sind inakzeptabel“, sagte er.

Bisher legte Europas größter Autokonzern 6,7 Milliarden Euro für die Bewältigung der Schäden nach der Stickoxid-Täuschung zurück. Die „wirtschaftlichen Risiken“ der Verbrauchs-Manipulation wurden zunächst auf weitere 2 Milliarden Euro geschätzt.

(Material der dpa) (fpi)