Zweiausfertigung
Mit einem elegant gezeichneten Coupé ist die C-Klasse von Mercedes vorerst komplett auf dem aktuellen Stand. Kann sich der neueste Ableger auch beim Fahren von der Limousine emanzipieren? Eine erster Eindruck von einer Probefahrt
Malaga, 10. November 2015 – Noch immer sind Coupés Ausdruck dafür, sich gegenüber einer Limousine bewusst für ein unpraktischeres Auto zu einem höherem Preis gegönnt zu haben. Nun stehen schon die Mercedes-Limousinen nicht im Verdacht, ordinäre Durchschnittsware zu sein. Für die nochmals teureren Coupé-Ableger gilt das erst recht. Nicht alle Beiträge waren in der Vergangenheit erfolgreich, man denke nur an den Versuch, die 203er-Baureihe mit kurzem Heck als Coupé zu vermarkten. Noch weniger Glück hatte der direkte Nachfolger, der mit minimalem Aufwand zum 204er geschminkt und rasch wieder aus dem Programm genommen wurde. Ein „richtiges“ 204er-Coupé kam erst mit dem Facelift der Baureihe im Jahr 2011. Die aktuelle C-Klasse wird flinker ausgebaut: Gut anderthalb Jahre nach der Limousine folgt nun ein Coupé im erwartbaren Look. Wir konnten bereits eine kurze Runde damit drehen.
Mercedes hat den Aufwand für das neue C-Coupé beschränkt, was innen deutlicher wird als außen. Von vorn sind Limousine und Coupé nicht voneinander zu unterscheiden. Die Rückleuchten sind etwas zu groß geraten. Das viele Blech oberhalb der Hinterräder nimmt dem Wagen etwas die optische Leichtigkeit. Dennoch: Die äußere Gestaltung zeigt ein, wie wir finden, insgesamt elegantes Auto.
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(Bild: alle: Mercedes)
Das Armaturenbrett gleicht bis auf wenige Details dem der Limousine. Hier wie dort gefallen die penible Verarbeitung und die feinen Materialien. Damit setzt sich der Mercedes auch vom BMW 4er-Coupé ab, das längst nicht an allen Stellen diese Güte bietet. Leider wurde auch die Bedienlogik der Limousine für das C-Coupé übernommen. So selbsterklärend wie iDrive von BMW ist das vergleichbare System von Mercedes bei weitem nicht. Zum Glück ist die Spracherkennung sehr gut. Neu ist die App „connect me“, die mittels einer Apple Watch jetzt unter anderem eine Navigationsroute ins Auto senden kann.
Knapp geschnitten
Schon die Limousine ist kein Meister der Raumausnutzung, das Coupé ist nochmals spürbar enger geschnitten. Kopf- und Beinfreiheit im Fond sind arg knapp, was bei einem als sportlich vermarkteten Zweitürer verzeihlicher scheint als in den restlichen Modellen der C-Klasse. Die Sitze vorn sind bequem, etwas niedriger eingebaut als in der Limousine und in einem weiten Bereich verstellbar. Auch die Kopfstützen lassen sich für Riesen ausreichend weit nach oben verstellen. Die Rundumsicht ist schlecht, wenn auch nciht so katastrophal wie in der A-Klasse oder dem 203-Coupé.