Kalendertür 3 – Carroll Shelby

Carroll Shelby ist in den USA eine Legende. Ein Name, der viel mehr bedeutet als getunte Mustang und Le Mans Titel. Genau genommen waren diese Meilensteine nur möglich, weil er bereits eine Legende war

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Von
  • Bernd Kichhahn

1. Dezember 2015, dritter Advent – Carroll Shelby ist in den USA eine Legende. Ein Name, der viel mehr bedeutet als getunte Mustang und Le Mans Titel. Genau genommen waren diese Meilensteine nur möglich, weil er bereits eine Legende war. Und das kam so:

1953 entschied sich Carroll Shelby, ein wegen Disziplinlosigkeit gescheiterter Militärpilot und Hühnerzüchter, Profirennfahrer zu werden. Auf jemanden wie ihn hatte die amerikanische Motorwelt gewartet. Eine schwarze Tolle, die Superman Konkurrenz gemacht hätte und ein Millionen-Dollar-Lächeln. Zu diesem Zeitpunkt kannten ihn Experten bereits, weil er mit dem Jaguar XK 120 eines Freundes zu einem Rennen fuhr, es gewann und mit dem Wagen auch wieder Heim fuhr. Das alles im Blaumann. Schließlich kam er gerade von seiner Arbeit als Hühnerzüchter.

Kalendertür 3 – Carroll Shelby (4 Bilder)

Selbstgetunt! Shelby zeigt 1963 den Unterschied zwischen Serien-Cobra (links) und seiner Rennausführung.
(Bild: h/A Archiv (alle))

Als die Carrera Pan Americana anstand ließ es sich Shelby nicht nehmen, in seinem Austin Healey anzutreten. Während des Rennens rammte er einen Lkw, überschlug sich vier Mal und seine Legendenbildung begann. Denn es waren nicht Ärzte die ihn fanden, oder andere Fahrer, es waren Indianer. Sie pflegten ihn so gut es ging, bis die Rettungskräfte eintraten. Sein Arm war derartig zertrümmert, das Shelby noch Jahre später Operationen benötigte.

Die Fanszene war geschockt. Denn eigentlich wollten sie ihren neuen Helden in Sebring sehen. Ein Zwölfstunden-Rennen, dass nur wenige Wochen nach Shelbys Unfall statt fand. Was geschah war ein Wunder. Shelby kam zum Rennen, riss sich den Gips ab und steckte seinen Arm in eine selbstgebastelte Plastikschiene. Seine Hand klebte er mit Tape am Lenkrad fest.

Als das Rennen zwölf Stunden später vorbei war, wird Shelby (samt Partner Phil Hill) zum Sieger gekürt. Weil Shelby und Hill in Wahrheit eine ganze Runde Rückstand auf die eigentlichen Sieger Hawthorne und Walters hatten, hatte der Sieg nur eine Woche bestand – so viel Zeit brauchte Rennleitung um das Ergebnis zu kontrollieren. In der Praxis wurde mit diesem Sieg aber eine Legende geschaffen. (fpi)