Pause für das Auto
Im dänischen Aarhus hat ein neues vollautomatisches Parkhaus eröffnet. Mit 1.000 Stellplätzen ist es das bisher größte in Europa. Es setzt auf ein System aus 24 beweglichen Plattformen.
Im dänischen Aarhus hat ein neues vollautomatisches Parkhaus eröffnet. Mit 1.000 Stellplätzen ist es das bisher größte in Europa. Es setzt auf ein System aus 24 beweglichen Plattformen.
Unter einem Komplex aus Stadtbibliothek, Bürgerbüro und Kulturzentrum verbirgt sich in Aarhus seit Anfang November ein neuer Platz für Fahrzeuge. Dort gibt es nun ein vollautomatisches Parkhaus. Die nordrhein-westfälische Firma Lödige Industries zeichnet sich für den Neubau verantwortlich. Nur circa 80 Meter mal 100 Meter an Fläche nimmt das Parkhaus ein – und doch lassen sich 1.000 Fahrzeuge darin unterbringen. Damit ist es nach Angaben des Herstellers das größte öffentlich zugängliche vollautomatische Parkhaus Europas.
Nutzer stellen ihr Fahrzeug in einer der 20 Kabinen ab. Induktionsschleifen erkennen das einfahrende Auto. Wie in der Waschstraße gibt der Computer Rangierhilfe. Bewegliche Bodensegmente richten den PKW zusätzlich aus. Am Automaten bestätigt man, dass niemand mehr im Fahrzeug sitzt und dass die Antennen eingefahren sind. Der Fahrer erhält das Parkticket, das Kabinentor schließt sich – und das Parksystem sorgt für den Rest.
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Die Kabine ist zugleich der Lift, der das Auto hinunter auf eine der drei Parkebenen bringt. Bei der richtigen Etage angekommen, erwartet den Wagen eine Transport-Plattform (Transferfahrzeug). Sogenannte Shifter gleiten nun von der Plattform aus entlang einer Führungsschiene unter den Wagen. Aus Messdaten wissen diese Shifter genau, wo die Räder sind. Dort klappen je zwei Arme aus, umfassen den Reifen und heben ihn an. Dann bewegen die Shifter das Fahrzeug auf die Plattform. Auf einer Fahrschiene bringt die Plattform den Wagen zum nächsten Parkplatz. Dann ist sie bereit für den nächsten Auftrag. Beim Ausparken dauert es in der Regel laut Lödige Industries nur ein bis zwei Minuten, bis ein Kunde seinen Wagen wiederbekommt.
Was in Aarhus mittels der Transport-Plattformen und den Shiftern erledigt wird, geschieht in anderen vollautomatischen Parkhäusern beispielsweise durch ein Palettensystem. Dabei stehen die Fahrzeuge fest auf Paletten und werden darauf von einem Förderschlitten transportiert. Ein derartiges System lässt sich zum Beispiel in Dresden ausprobieren. Dort hat die Firma DirectPark bereits 2004 ein vollautomatisches Parkhaus mit 192 Parkplätzen gebaut.
Einen anderen Ansatz hat das Parkhaus im Düsseldorfer Flughafen verfolgt. Hier gibt es seit letztem Sommer 260 Parkplätze, bei denen "Ray" das Ein- und Ausparken übernimmt. Dieser Roboter sieht aus wie ein Gabelstapler. Er kann sich an die Größe der Wagen anpassen, sie anheben und zum Parkplatz rollen. Viel Platz zum Rangieren benötigt er nicht, denn Ray kann auf der Stelle drehen. Das System stammt von der deutschen Firma Serva und soll sich relativ einfach auch in herkömmlichen Parkhäusern nachrüsten lassen.
(jle)