Konsensmodell

In der Mittelklasse stand der BMW 3er für Agilität und die C-Klasse für komfortables Fahren. Heute hat BMW den Komfort entdeckt und Mercedes versucht sich an Leichtfüßigkeit. Wie fühlt sich das in der C-Klasse an, mit der bei Vielfahrern beliebten Diesel-Motorisierung?

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Mercedes-Benz
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Von
  • Wolfgang Gomoll
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München, 7. Dezember 2015 – In der Mittelklasse war es auch schon mal einfacher. Da stand der BMW 3er klar für Agilität und die C-Klasse für Komfort und gediegenes Fahren. Heute hat BMW den Komfort entdeckt und Mercedes versucht dem Klischee der Behäbigkeit etwas entgegenzusetzen, ohne seine Kernwerte zu verraten. Damit hat Daimler nun also gewissermaßen ein Konsensmodell im Programm. Wie fühlt sich diese weite Spreizung mit der vielfahrergeeigneten Diesel-Motorisierung an?

Die Sitzposition im ansonsten gemütlichen Sitz ist erstaunlich tief, bietet so aber auch Sitzriesen viel Kopffreiheit. Die Instrumente sind perfekt abzulesen, die breite Mittelkonsole mit zentralem Dreh-Drücksteller und obenliegenden Touchpad ist jedoch gewöhnungsbedürftig . Obwohl die C-Klasse kein unübersichtliches Auto ist, stören breite C-Säulen und Kopfstützen die Sicht auf das Umfeld, eine Rückfahrkamera (476 Euro) lohnt sich. Noch mehr Übersicht gewährt das Park-Paket für 1606 Euro, das auch eine Vogelperspektive auf das eigene Auto bietet. Sie erleichtert das Rangieren in zugeparkten Innenstädten immens.

Konsensmodell (13 Bilder)

Die Mercedes C 250 d Limousine erreicht fast 250 km/h
(Bild: Daimler)

Was im Stadtverkehr ebenfalls auffällt, ist die akustische Präsenz des Dieselmotors: Erst jenseits 100 km/h übertönen Windgeräusche die Verbrennungsgeräusche. Im Stand schickt er spürbare Vibrationen, die auch im Lenkradkranz ankommen. Bei aktivem Stopp-Start-System schüttelt es das Fahrzeug beim Abstellen und Wiederanlassen zusätzlich.

Der 150 kW / 204 PS starke Vierzylinder-Diesel schiebt aus nahezu jedem Drehzahlbereich kräftig an, während die Siebengang-Wandlerautomatik komfortable Gangwechsel schafft. Spürbar bleibt ein Turboloch bei niedrigen Drehzahlen.Bei einem Sprintvermögen von 6,6 Sekunden von null auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von GPS-gemessenen 248 km/h gilt: mehr Diesel braucht zumindest in dieser Klasse kaum ein Mensch. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter pro 100 Kilometern übertrifft der Mercedes C 250d die Werksangabe (4,3 bis 4,6 Liter/100 km) in einem vertretbaren Rahmen.