Rock-Band veröffentlicht neuen Song zuerst auf Napster
Die Musiktauschbörse Napster kann sich offensichtlich zunehmender Unterstützung durch Bertelsmann erfreuen - und das nicht nur finanziell.
Die Musiktauschbörse Napster kann sich offensichtlich zunehmender Unterstützung durch Bertelsmann erfreuen. Nachdem der deutsche Medienkonzern eine Kooperation mit beabsichtigter Beteiligung an Napster vereinbart hat, versucht Bertelsmann die anderen Musikkonzerne ins Boot zu holen – und unternimmt dafür auch Promotion-Aktionen, die den Labels die Musiktauschbörse schmackhaft machen sollen. Nun hat BMG Entertainment einen Song zum ersten Mal über Napster veröffentlicht: Die Single I Did It aus dem neuen Album Everyday der Dave Matthews Band erschien, noch bevor sie in die Plattenläden kam, auf Napster.
Die Musiktauschbörse bewirbt den Song (und die Band) prominent auf ihrer Web-Site – mit direktem [nap:search?artist=Dave+Matthews+Band&title=I+Did+It+RCA Link], der den Napster-Client zum Download des Stücks öffnet. Die MP3-Datei, die in der Zwischenzeit von einigen Napster-Usern jeweils mit einer Bitrate von 128 kBit/s angeboten wird, ist explizit im Dateinamen mit einem "(RCA)" ausgewiesen, wohl als Hinweis darauf, dass dies ein offizielles Release ist.
Die Dave Matthews Band organisierte die Veröffentlichung der Single auf Napster selbst, kann aber auf Zustimmung von RCA Records verweisen, einer Tochtergesellschaft von BMG Entertainment. Bislang hatte es noch keine andere Band geschaft, die Genehmigung von der jeweiligen Plattengesellschaft für eine Veröffentlichung neuer Songs über Napster zu erhalten.
Bereits im Verlauf der Woche hatte Napster eine neue Client-Software (Release 2 Beta 9) veröffentlicht, die mit einem Link auf CDNow ausgestattet ist, um CDs direkt einkaufen zu können. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Online-CD-Händler war vor kurzem von Bertelsmann übernommen worden. Bertelsmann hofft nun offensichtlich, dass die Vorabveröffentlichung eines Songs die Verkäufe der entsprechenden CD signifikant steigert – und hätte damit ein kaum zu schlagendes Argument gegenüber den anderen großen Plattenlabels in der Hand, dass eine Beteiligung an einem Abo-System über Napster ihnen zu Gute käme. Bislang hatten die großen Musikfirmen eine Zusammenarbeit mit Napster abgelehnt. Zuletzt hatte Universal erklärt, man wolle den Ausgang des Gerichtsverfahrens gegen Napster abwarten, bevor man sich auf ein Verhandlungen mit der Musik-Tauschbörse einlasse. Universal hofft, nach einer Verurteilung von Napster bessere Karten zu haben. (jk)