VW: Gutscheinprogramm in den USA wird ausgeweitet

Volkswagen will sein Gutscheinprogramm erweitern, um im Abgas-Skandal Vertrauen von Kunden in den Vereinigten Staaten zurĂĽckzugewinnen. Auch die Besitzer von Wagen mit Dreiliiter-Dieselmotoren sollen Einkaufsgutscheine im Wert von bis zu 1000 Dollar erhalten

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Volkswagen
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US-VW-Chef Horn will die Gutscheine an mehr US-Käufer verteilen als bislang angenommen.

(Bild: Mitschnitt C-SPAN)

Volkswagen will sein Gutscheinprogramm erweitern, um im Abgas-Skandal Vertrauen von Kunden in den Vereinigten Staaten zurückzugewinnen. VW-US-Chef Michael Horn werde am Montag zum Auftakt der Automesse in Detroit verkünden, dass auch die Besitzer von Wagen mit größeren Dreiliiter-Dieselmotoren Einkaufsgutscheine im Wert von bis zu 1000 Dollar erhalten sollen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Das gleiche Paket hatte Volkswagen im November 2015 bereits für kleinere von der Affäre um manipulierte Emissionstests betroffene Modelle beschlossen. 500 Dollar können in VW-Autohäusern eingelöst werden, der Rest ist als Prepaid-Guthaben beim Kreditkartenanbieter Visa frei verfügbar. Darüber hinaus will Volkswagen drei Jahre lang rund um die Uhr kostenlos Pannenhilfe anbieten. Kunden, die sich für die Gutscheine entscheiden, müssen ihre Haftungsansprüche gegenüber Volkswagen nicht aufgegeben. Der Konzern ist in den USA mit mehr als 500 Zivilklagen zumeist wegen Vertragsbruchs und Betrugs konfrontiert.

Die Ausweitung der Aktion soll zunächst nur für die Kernmarke VW gelten und damit ausschließlich den Touareg betreffen. Ob die ebenfalls betroffenen Volkswagenmarken Audi und Porsche nachziehen, war zunächst unklar. Der mit einer in den USA verbotenen Software zur Abgaskontrolle ausgestattete Dreiliter-Dieselmotor wurde von Audi entwickelt.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, bereits seit 2009 in Diesel-Fahrzeugen Computerprogramme zur Manipulation von staatlichen Abgastests installiert zu haben. Konzernchef Matthias Müller trifft sich am Mittwoch in Washington mit EPA-Spitzenvertretern, um zu klären, wie die Betrugs-Software beseitigt werden kann.

(dpa) (mfz)