Einkaufstour von T-Online freut die Anleger
Mit dem Kauf der spanischen Internetfirma Ya.com baut die Telekom-Tochter T-Online ihr internationales Geschäft weiter aus. Die Börse honoriert dies durch steigende Kurse.
Mit dem Kauf der spanischen Internetfirma Ya.com baut die Telekom-Tochter T-Online ihr internationales Geschäft weiter aus. Für umgerechnet 1,1 Milliarden Mark übernimmt Europas größter Onlinedienst den zweitstärksten Anbieter auf der iberischen Halbinsel. Für T-Online bedeute der Zukauf den Einstieg in einen weiteren europäischen Schlüsselmarkt, sagte Telekom-Vorstandschef Ron Sommer am heutigen Montag in Bonn. "Mit Ya.com bauen wir zielgerichtet die Online-Kommunikation im Massengeschäft aus."
An der Börse wurde die Ankündigung mit kräftigen Kursaufschlägen sowohl für die T-Aktie als auch die T-Online-Aktie honoriert. Bis 14 Uhr am heutigen Montag kletterte die Notierung der T-Aktie um 5,8 Prozent auf 48,90 Euro. T-Online, das schwerste Gewicht am Neuen Markt, stieg um fast fünf Prozent auf 33,32 Euro.
Bis vor wenigen Monaten war T-Online hauptsächlich auf dem deutschen Markt aktiv, woher nach wie vor die meisten Kunden stammen. Nach der Übernahme von Ya.com bewege sich die Teilnehmerzahl im internationalen Geschäft auf die erste Million zu, sagte der Vorstandsvorsitzende von T-Online, Detlev Buchal laut dpa. Insgesamt kommt die Telekom-Tochter, die im April an die Börse gegangen war, mit dem spanischen Zukauf auf 6,4 Millionen Kunden. T-Online ist auch über Club Internet auch in Frankreich sowie mit Töchtern in Österreich und der Schweiz vertreten. Die spanische Neuerwerbung Ya.com will im Jahr 2004 aus der Verlustzone kommen. Im so genannten Portalgeschäft sei das Unternehmen bereits der zweitstärkste Anbieter hinter Terra. Die Telefonica-Tochter Terra hatte im Mai durch die Übernahme von Lycos (unter Einbeziehung von Bertelsmann) von sich Reden gemacht. Ya.com habe sich besonders beim E-Commerce und der Online-Werbung eine starke Marktposition aufgebaut; 70 Prozent aller Online-Werber in Spanien seien Kunden von Ya.com, sagte Buchal. (jk)