Xponential: US-Studenten dĂĽrfen ab sofort Drohnen fliegen
Schüler und Studenten dürfen in den USA nun im Rahmen ihrer Ausbildung legal Drohnenflüge durchführen. Das hat der Chef der Luftfahrtbehörde FAA auf der Drohnen-Konferenz Xponential bekanntgegeben. Er lässt sich in Zukunft von Intel-Chef Krzanich beraten.
Eine Drohne der Universität Alaska Fairbanks
(Bild: Daniel AJ Sokolov)
Schüler und Studenten dürfen in den USA ab sofort Drohnenflüge durchführen. Das hat Michael Huerta, Leiter der US-Flugsicherheitsbehörde FAA, am Mittwoch auf der Drohnenkonferenz Xponential in New Orleans bekannt gegeben. Außerdem kündigte Huerta die Einrichtung eines Arbeitskreises für Drohnenfragen an, dem Intel-Chef Brian Krzanich vorsitzen soll. Details zur angekündigten Reform der Drohnenvorschriften ließ sich der FAA-Chef zur Enttäuschung der zahlreich erschienenen Branchenvertreter nicht entlocken.
(Bild:Â Daniel AJ Sokolov)
Grundsätzlich ist der Betrieb von Flugdrohnen in den USA nur nach Durchlaufen jener jahrelangen Genehmigungsverfahren gestattet, die für neue bemannte Flugzeugtypen erforderlich sind. In der Praxis bedeutet das ein Verbot. Ausgenommen sind Flüge, die ausschließlich für Hobby- oder Erholungszwecke erfolgen ("hobby and recreational use"). Dabei gilt ein Höchstgewicht von 25 Kilogramm.
FAA: Studium ist kein Nicht-Hobby
Obwohl der Bildungsabschluss "zu einem Luftfahrt-bezogenen Arbeitsplatz oder erhöhtem Einkommenpotenzial führen kann, stellt die FAA fest, dass diese Verbindung einfach zu abgeschwächt ist, um studentischen Drohneneinsatz im Rahmen eines anerkannten Lehrplans in eine Nicht-Hobby- oder Nicht-Erholungs-Nutzung im Sinne [des Gesetzes] zu verwandeln", heißt es in dem Memorandum der Behörde.
Das Argument: Auch der strikte Hobby- oder Erholungseinsatz von Drohnen führt zu Wissenserwerb, der beruflich nützlich sein kann, ohne dass die Flüge aus der Hobbykategorie herausfallen. Diese neue Interpretation gilt ausdrücklich nicht nur für technische Studienrichtungen. Beispielhaft erwähnt werden auch TV-, Film-, und sonst kunstbezogene Curricula, bei denen Drohnenflüge zum Handwerkszeug gehören können. Die Branche und die Studierenden wird es freuen.
(Bild:Â AUVSI)
Ausnahmen nach Section 333
Professoren und Lehrkräfte hingegen, die den Auszubildenden das Drohnenfliegen beibringen sollen, dürfen nach wie vor nicht fliegen. Denn sie werden für ihre Arbeit bezahlt. Ausbilder respektive ihre Arbeitgeber benörigen Ausnahmegenehmigungen, wie sie der Gesetzgeber 2012 eingeführt hat. Sie sind unter der einschlägigen Gesetzesstelle Section 333 bekannt. Seit etwa zwölf Monaten erteilt die FAA solche Genehmigungen für kommerzielle Betreiber regelmäßig, wenn das im öffentlichen Interesse ist.
Über 5000 kommerzielle Drohnengenehmigungen hat die Behörde inzwischen ausgestellt. Die Auflagen sind immer streng. Im April wurde erstmals eine Genehmigung für Nachtflüge ausgestellt. Nach eineinhalb Jahren Verfahrensdauer darf eine Firma aus Ohio nun nachts Gebäude aus der Luft inspizieren. Weitere 7000 Anträge stapeln sich bei der FAA. Huerta hofft, dass ein Teil davon durch die neue Interpretation zugunsten Auszubildender hinfällig wird.
Globaler FĂĽhrungsanspruch der FAA
Für Ende Juni hat der FAA-Chef ein neues Regelwerk angekündigt. Damit werde der Großteil der Section-333-Anträge hinfällig werden, sagte der Behördenleiter am Mittwoch. Fragen zu Details der neuen Vorschriften oder deren Inkrafttreten beantwortete er aber nicht.
(Bild:Â Intel)
Huerta umschrieb lediglich die drei Grundprinzipien: Die Ermöglichung der sicheren Eingliederung unbemannter Luftfahrzeuge in den Nationalen Luftraum, die schnelle Umsetzung, und "global Leadership": "Wir wollen [die weltweiten Luftfahrtvorschriften] formulieren", sagte Huerta. Ähnlich hatte sich Tags zuvor Gur Kimchi, Chef von Amazons Prime Air, geäußert.
Außerdem kündigte er an, im Sommer einen Drohnenbeirat einzurichten. Das unter dem Arbeitstitel Drone Advisory Committee geplante Gremium soll etwa 30 Fachleute aus der Branche umfassen, die die Behörde in Fragen rund um Flugdrohnen beraten werden. Es soll eine langfristige Einrichtung werden. Erster Vorsitzender wird der Pilot und Intel-CEO Brian Krzanich, die weiteren Mitglieder stehen noch nicht fest.
(ds)