Sitzbericht
Die Kindersitzpflicht hat nicht nur dazu geführt, dass fast alle Kinder in entsprechenden Sitzen befestigt sind, sondern auch dazu, dass es deutliche Fortschritte bei den Sitzen selbst gibt. Doch auch die Besten sind nicht perfekt, wie ein aktueller Test zeigt
(Bild: ADAC)
München, 24. Mai 2016 – Die Pflicht, Kinder im Auto in Kindersitzen zu transportieren, ist hierzulande seit mehr als 20 Jahren gültig. Das hat nicht nur dazu geführt, dass inzwischen tatsächlich fast alle Kinder in entsprechenden Sitzen befestigt sind, sondern auch dazu, dass es deutliche Fortschritte bei den Sitzen selbst gibt. Das überprüfen Institutionen wie Stiftung Warentest und ADAC regelmäßig. Am diesjährigen Test waren außerdem noch Automobilclubs aus Österreich (ÖAMTC) und der Schweiz (TCS) beteiligt. Wieder einmal gibt es viele gute Kindersitze, aber auch zahlreiche Schwächen im Detail. Die Anforderungen in diesem Test sind höher als bei der amtlichen Zulassung.
Nur mit 2015 vergleichbar
Eine gewisse Vorauswahl der Sitze ist unumgänglich, zu groß ist inzwischen das Angebot, um alle Hersteller berücksichtigen zu können. Die Auswahl für den diesjährigen Test bezog sich auf Modelle aller Gewichtsklassen mit ECE-R 44 Zulassung und nach ECE-R 129 zugelassene Sitze. Im vergangenen Jahr gab es verschiedene Änderungen im Testverfahren, deshalb sind die aktuellen Ergebnisse ausschließlich mit den Tests von 2015 vergleichbar.
Sitzbericht (4 Bilder)

(Bild: ADAC)
26 Kindersitze, die alle in Deutschland erhältlich sind, wurden ausgewählt und nach den Kriterien Sicherheit (Frontal- und Seitenaufprall, Sitzkonstruktion), Bedienung (Sitzeinbau, Anschnallen des Kindes, Größenanpassung, Bedienungsanleitung, Fehlbedienungsgefahr, Reinigung & Verarbeitung), Ergonomie (Platzangebot und Komfort fürs Kind, Platzbedarf im Fahrzeug, Sitzposition) sowie Schadstoffgehalt getestet. Die Tests zum Kinderschutzpotenzials bei einem Unfall wurden im ADAC-Technik-Zentrum in Landsberg durchgeführt. Der ÖAMTC und der TCS überprüften die Handhabung der Kindersitze. Die Schadstoffprüfungen wurden von einem externen Labor im Auftrag der Stiftung Warentest übernommen. Sie sind erst seit 2011 Bestandteil des Tests.
Das schlechteste Ergebnis zählt
Für die Bewertung der Sitze wurde das jeweils schlechteste Ergebnis herangezogen, das in einer einzelnen Gewichtsklasse bzw. Einbauart erzielt worden war. Denn sofern ein Sitz für mehrere Gewichtsklassen bzw. Einbauarten ausgelegt ist, muss er dem größer werdenden Kind während der gesamten Gebrauchszeit Sicherheit bieten. Die Handhabung beurteilen nicht nur erfahrene Tester, sondern auch Laien. Dafür mussten alle Tester alle Sitze in einen Opel Adam, einen fünftürigen VW Golf und einen Ford C-Max einbauen.