Lucent baut Telefónicas deutsches UMTS-Netz
Der US-Telekom-Ausrüster Lucent Technologies baut das UMTS-Mobilfunknetz des spanischen Fernmeldekonzerns Telefónica in Deutschland.
Der US-Telekom-Ausrüster Lucent Technologies wird für 900 Millionen Euro (fast zwei Milliarden Mark) das UMTS-Mobilfunknetz des spanischen Fernmeldekonzerns Telefónica in Deutschland aufbauen. Wie Lucent am heutigen Dienstag in Madrid mitteilte, wurde mit Telefónica Móviles, der Mobilfunktochter von Telefónica, vereinbart, einen Vertrag mit einer Laufzeit über sechs Jahre abzuschließen. Er sieht die Lieferung von Infrastruktureinrichtungen wie etwa Basisstationen und Dienstleistungen zur Einrichtung und Wartung des Netzes vor.
Lucent wird sich darüber hinaus an der Finanzierung des Netzes beteiligen – in welcher Höhe und Form gaben die beiden Firmen allerdings nicht bekannt. In den letzten Monaten versuchten die Telekom-Gesellschaften aber bereits massiv, den Ausrüstern einen Teil der Kosten für UMTS-Netze aufzuladen, da diese an den notwendigen Infrastruktur-Investitionen gut verdienten. Zudem haben einige Hersteller schon mit Bankbürgschaften oder eigenen Krediten den Telekom-Gesellschaften bei Investitionen unter die Arme gegriffen.
Die Zusammenarbeit in Deutschland soll die Basis dafür bilden, dass Lucent auch die Netze in Österreich, Italien und Spanien baut, wo Telefónica jeweils ebenfalls im Besitz einer UMTS-Lizenz ist. Außerdem hofft Lucent auf weitere Aufträge von Telefónica aus Ländern, in denen sich der spanische Konzern noch um UMTS-Genehmigungen bemüht. Lucent selbst, in letzter Zeit durch finanzielle Schwierigkeiten und den Hinauswurf des CEOs in die Schlagzeilen geraten, sieht sich selbst mit 40.000 installierten Sendestationen in mehr als 160 Mobilfunknetzen als Marktführer bei CDMA. Bei W-CDMA, einer Basistechnik für UTMS, arbeitet der Konzern eng mit NTT DoCoMo zusammen. Der japanische Mobilfunkriese will bereits im nächsten Jahr mit einem entsprechenden Mobilfunknetz in Japan starten.
Telefónica hatte im August zusammen mit dem finnischen Mobilfunkbetreiber Sonera für 16,45 Milliarden Mark eine UMTS-Lizenz in Deutschland ersteigert. Bis zum Jahr 2010 wollen beide mit zehn Millionen Kunden einen Marktanteil von 13 Prozent haben. (pmo)