Induktive Pkw-Schnelladung mit über 10 kW

Strom durch die Luft zu transportieren hat gewisse Nachteile [--] und ist dennoch interessant genug, um im Rahmen der Elektromobilität ständig weiterentwickelt zu werden. Wissenschaftler an der TU Braunschweig haben inzwischen eine Pkw-Schnelladung über 10 kW am Start

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Braunschweig, 1. Juli 2016 – Strom durch die Luft zu transportieren hat gewisse Nachteile – und ist dennoch interessant genug, um im Rahmen der Elektromobilität ständig weiterentwickelt zu werden. Die Induktive Schnelladung von Fahrzeugen ist dabei eine besondere Herausforderung wegen der großen Strommenge, die dabei fließen soll. Wissenschaftler des Niedersächsischen Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig haben inzwischen eine Pkw-Schnelladung über 10 kW am Start.

Die Autos sind Teil des Projekts „Elektromobilität mittels induktiver Ladung” (emil) im Rahmen des Niedersächsischen Schaufensters Elektromobilität. Seit Juli 2011 wird in diesem Vorhaben induktive Ladetechnologie für den Einsatz in Elektrobussen im Linienverkehr getestet und weiterentwickelt.

Induktive Pkw-Schnelladung mit über 10 kW (5 Bilder)

Die Ingenieure Jonas Wussow, Tamás Kurczveil und Tim-Hendrik Dietrich von der TU Braunschweig arbeiten unter einem „emilia“-Golf am Induktivaufnehmer, dem so genannten „Pickup“.
(Bild: TU Braunschweig)

Seit März 2014 fahren erste Linienbusse mit Induktivladung an den Haltestellen. Die Elektroautos, die als Taxis die Busse eränzen sollen, müssen die vorhandene Ladeinfrastruktur der „emil“-Elektrobusse nutzen. Ihre berührungslose Ladetechnik bekam den Namen „Elektromobilität mittels induktiver Ladung im Auto” (emilia).

Ihre eigens entwickelte Ladeplatte wird nicht wie die der Busse abgesenkt, der Fahrer steuert den Wagen einfach über das Gegenstück im Boden. Dort verhandelt das Fahrzeug selbsttätig drahtlos über die Lademodalitäten – wie bereits der „emil“-Bus.

Das Induktivladesystem im Fahrzeug benötigte unter anderem eine eigene Leistungselektronik und ein eigenes CAN-Protokoll. Darüber hinaus entwickelten die Wissenschaftler eine Umschalteinrichtung zum Wechsel zwischen den verschiedenen Ladearten. Die Autos können also zusätzlich ganz konventionell an Ladestationen über ein Kabel aufgeladen werden – sinnvoll angesichts des Einsatzgebiets, in dem die Droschken auch mal weiter vom Busnetz entfernte Gebiete anfahren müssen. (fpi)