Minister schieben Lückenschluss der A1 an
Die 25 Kilometer lange Lücke der Eifel-Autobahn 1 soll zügig geschlossen werden. Das fordern die Verkehrsminister von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Noch gibt es aber kein Baurecht
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz streben einen schnellen Lückenschluss der Eifel-Autobahn 1 an. „Wir wollen, dass diese 25 Kilometer lange Lücke nach jahrelangen Diskussionen jetzt schnell geschlossen wird“, teilten der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Michael Groschek (SPD) heute mit. Noch klafft zwischen Kelberg in Rheinland-Pfalz und Blankenheim (Kreis Euskirchen) eine Lücke von rund 25 Kilometern.
(Bild: h/A Archiv)
Die A1-Lücke wird in drei Bauabschnitten geplant: Zwei davon unter der Federführung von NRW, einer von Rheinland-Pfalz. Der Weiterbau ist im Bundesverkehrswegeplan im „vordringlichen Bedarf“ festgeschrieben. In den beiden nördlichen Abschnitten unter nordrhein-westfälischer Federführung laufen bereits Planfeststellungsverfahren.
Der Lückenschluss werde „der in Teilen strukturschwachen Eifelregion neue Impulse geben“, betonten die Minister. Zudem könnten Orte vom Lkw-Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Baukosten werden derzeit mit insgesamt 482 Millionen Euro beziffert. Im rheinland-pfälzischen Abschnitt laufen die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahrens.
Die Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen, Koblenz und Trier unterstrichen in einer Mitteilung die Notwendigkeit des Lückenschlusses. „Die Autobahnlücke kostet die Wirtschaft Zeit und Geld“, hieß es darin.
Naturschützer dagegen protestieren: Der Lückenschluss sei „eine der größten Fehlplanungen des Bundesverkehrswegeplans“, hieß es beim nordrhein-westfälischen Landesverband vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Wertvolle Landschaften würden zerschnitten und Lebenräume von streng geschützten Arten wie Haselhuhn und Schwarzstorch, Wildkatze und Luchs massiv beeinträchtigt, sagte der Landesvorsitzende, Holger Sticht.
Kritik kam auch von den Grünen: Die Notwendigkeit des Projektes für den Verkehr sei weiterhin strittig. „Die Prüfung von Alternativtrassen, die wir mit der SPD im Koalitionsvertrag festgelegt haben, ist bislang noch nicht ausreichend durchgeführt worden“, teilte der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, Arndt Klocke, mit.
(dpa) (fpi)