Richterin: Fitbit hat keine Geschäftsgeheimnisse geklaut

Die Hersteller von Fitness-Trackern, Fitbit und Jawbone, liefern sich seit mehreren Monaten einen erbitterten Streit. Zum einen wurden Patentrechtsverletzungen beklagt, zum anderen soll Fitbit gezielt Jawbone-Mitarbeiter fĂĽr Interna abgeworben haben.

vorlesen Druckansicht
Fitbit

(Bild: dpa, Britta Pedersen)

Lesezeit: 2 Min.

In einem Streit um Betriebsgeheimnisse zwischen den Fitness-Armband-Anbietern Fitbit und Jawbone hat eine us-amerikanische Richterin Fitbit von den Vorwürfen freigesprochen. Die Unternehmen hatten sich gegenseitig nicht nur Patentverletzungen vorgeworfen, sondern Jawbone klagte im Jahr 2015 auch, dass sich Fitbit Geschäftsgeheimnisse durch das Anwerben von Jawbone-Mitarbeitern erschlichen hätte. Jawbone hatte ein Verkaufs- und Einfuhrverbot für Fitbit-Geräte und Schadenersatz gefordert.

Jawbone beklagte, dass fünf ehemalige Mitarbeiter kurz vor ihrem Weggang noch zahlreiche Unterlagen heruntergeladen und auf USB-Sticks gespeichert hätten. Das sei eine "Goldgrube" für den Konkurrenten gewesen, denn unter dem Material seien eine ausführliche Marktstudie sowie Informationen zu Jawbones Audio-Produkten wie Ohrhörer und tragbare Lautsprecher gewesen.

Fitbit hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Nun erklärte eine Richterin der internationalen Handelskommission (ITC), dass Fitbit nicht gegen den „Tariff Act“ verstoßen habe, so CNBC – also sich durch das gezielte Anwerben von Jawbone-Mitarbeitern Geschäftsgeheimnisse des Konkurrenten einverleibt hätte.

Der Mitgründer und Geschäftsführer von Fitbit, James Park, erklärte in einem Statement, dass Fitbit mit dem Urteil zufrieden sei und dass Jawbones Klage ein "verzweifelter Versuch" gewesen sei, Fitbits Erfolg zu schmälern, um den eigenen Mangel an Erfolg zu kompensieren. Die Klage gegen Fitbit führt Jawbone aber nicht nur vor der International Trade Commission, sondern auch vor dem Landesgericht in Kalifornien. Dort soll eine Entscheidung noch ausstehen.

Der Streit um die Patentrechtsverletzungen wurde schon im Laufe des Jahres von Gerichten beendet. Nachdem sich die Konkurrenten gegenseitig der Patentrechtsverletzungen beschuldigt hatten, waren Patente für nichtig erklärt worden. (kbe)