Schweiz testet autonome Linienbusse

In der Schweiz läuft im Kanton Wallis ein Versuch, Linienbusse ohne Fahrer zu betreiben. Die ersten Rückmeldungen sind durchaus positiv, doch bis zu einem flächendeckenden Einsatz wird noch geraume Zeit vergehen

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Quelle PostAuto

(Bild: PostAuto)

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Sitten (Schweiz), 26. August 2016 – Zwei autonome Elektrobusse sind seit Dezember 2015 fast täglich in der Schweizer Stadt Sitten (Sion) im Bergkanton Wallis unterwegs. Anders als etwa beim Google-Auto, in dem bislang nur Experten mitfahren, kann in Sitten jedermann einsteigen – und zwar kostenlos. Betrieben werden die Testbusse von der PostAuto AG. Das Tochterunternehmen der Schweizerischen Post testet als weltweit erste Firma selbstständig fahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr.

Die knapp fünf Meter langen Roboterbusse lassen Kinderwagen passieren, beachten die Vorfahrtsregeln und fahren zentimetergenau durch schmale Gassen. Zur Sicherheit ist während der bis Oktober 2017 geplanten Testphase aber immer ein Angestellter dabei, der bei Gefahr eingreifen könnte - mit einem Controller der ausschaut wie von einer Playstation, denn ein Lenkrad oder Pedale gibt es in diesen Bussen nicht.

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Bisher werden die autonomen Busse in der Schweiz nur in Sitten getestet. Das Streckennetz ist mit 1,5 Kilometern noch recht klein, zudem sind die Busse maximal 20 km/h schnell.
(Bild: PostAuto)

PostAuto ist mit den Testfahrten in Sitten in das Rennen um die Zukunft der Mobilität eingestiegen. Dabei setzen etliche Automobilhersteller auf Robotertaxidienste. In den kommenden Wochen will etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber im amerikanischen Pittsburgh selbstfahrende Volvo-Autos zu den Kunden schicken, wie in Sitten mit menschlichen Co-Piloten zur Überwachung. Volkswagen und General Motors arbeiten mit Uber-Konkurrenten an ähnlichen Projekten.

„Auch wir haben uns überlegt, dass Kunden eines Tages für kurze Distanzen einen Roboterbus per Handy-App direkt zu sich bestellen und einen beliebigen Zielort eingeben könnten“, sagt PostAuto-Projektleiter Jürg Michel. Die App könne dann Wünsche verschiedener Kunden koordinieren und dementsprechend Fahrzeuge losschicken. Ein ähnlicher Versuch ist in Helsinki gestartet worden. Beide Projekte wollen laut den Betreibern nicht den bestehenden öffentlichen Verkehr ersetzen, sondern mögliche Zusatzangebote testen.

Noch rollen die selbstfahrenden Busse in Sitten auf insgesamt 1,5 Kilometer langen virtuellen „Gleisen“ mit nur maximal 20 Stundenkilometern durch den Stadtverkehr und Fußgängerzonen. „Eine solche städtische Situation ist für autonome Fahrzeuge derzeit noch weit schwieriger als das Fahren auf einer berechenbaren Autobahn“, erklärt Simone Amorosi, stellvertretender Direktor des Transportzentrums der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne.