Klassiker-Paradies Palm Springs

Wer in den USA einen gut erhaltenen Klassiker sucht, kommt um die Wüstenregion Palm Springs nur schwer herum. Das Geschäft mit europäischen und amerikanischen Old- und Youngtimern boomt hier seit Jahren und ein Ende ist nicht abzusehen

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Klassiker-Paradies Palm Springs
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Von
  • Stefan Grundhoff
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Palm Springs, 18. Oktober 2016 – In der Wüstenstadt Palm Springs im Coachella Valley mit ihren knapp 50.000 Einwohnern tobten sich seit den 40er Jahren die Hollywood-Stars aus, wenn sie einmal nicht von Fotografen und der Öffentlichkeit behelligt werden wollten. Das trockene Klima mit überschaubaren Temperaturamplituden ohne Niederschläge gefällt mittlerweile auch golfspielenden Senioren und ruhesuchenden Prominenten. Und es macht Palm Springs zu einem Fixpunkt der Old- und Youngtimerszene.

Die historischen Autos aus der Region zeigen zumeist einen beeindruckenden Zustand. Da das Publikum zu den finanzstärksten in den USA gehört, ist das Straßenbild entsprechend. Hier zeigt man lässig seinen Reichtum und fährt Rolls-Royce, Porsche, Ferrari, Bentley oder Mercedes. Das spiegelt sich nicht nur auf den Straßen und in Einfahrten zwischen der Interstate I-10 und der Bundesstraße 111 am Fuße der südlich gelegenen Bergkette des Coachella Valleys, sondern insbesondere bei den lokalen Cardealern wider.

Klassiker-Paradies Palm Springs (18 Bilder)

Dieser Chevrolet Bel Air hat schon bessere Zeiten gesehen. Weiterrosten wird er hier mangels Feuchtigkeit aber kaum.
(Bild: press-inform (alle))

Insbesondere die Händler von klassischen Fahrzeugen haben seit Jahren einen exzellenten Ruf. „Uns gibt es hier seit 38 Jahren und fast genauso lang bin ich schon dabei”, erzählt Jim Young, der bärtige Verkaufsleiter der One Eleven Vintage Cars an der Sunny Dune Road von Palm Springs. Eigentümer Bob Arzano ist seit Jahr und Tag eine große Nummer, wenn es in der Region um den Verkauf von exklusiven Gebrauchtwagen geht. „Ich habe gerade heute wieder einen Rolls-Royce Silver Spur von 1982 für 16.900 Dollar nach China verkauft. Mal schauen, wann das Geld kommt”, strahlt Jim Young, „letzte Woche ging ein Mercedes 560 nach Deutschland. Die Nachfrage ist nach wie vor riesig. Gerade die Klassiker aus Europa stehen hier meist nur ein paar Tage auf dem Hof.”

Im Verkaufsraum parkt ein roter Ferrari 360, ein 335er F-1 und ein Bentley. Auf dem Hof gibt es derzeit ungewöhnlich viele Lücken. Neben alten US-Klassikern aus den 40er und 50ern geben exklusive Allerweltsmodelle von Mercedes, Jaguar oder BMW den Ton an. Während sich die Anfragen aus der weiten Welt meist um europäischer Luxusklassiker drehen, wollen die Amerikaner aus Los Angeles, New York oder Miami Beach zumeist US-Ikonen. Doch eines ist bei allen gleich: der exzellente Pflegezustand. Die meisten Fahrzeuge stammen aus den 70er oder 80er Jahren. Jim zeigt auf zwei Mercedes SL der 107er Baureihe, der rote 560 SL soll 14.900 Dollar kosten, der blaue 380 SL 10.100 Dollar. Ganz hinten in der Ecke parkt ohne jeden Aufmerksamkeitswert ein Rolls-Royce Silver Wraith II in gold und braun.