EUA: LuftqualitÀt in Europa wird langsam besser

Trotz erheblicher Emissionsreduktionen sind immer noch zu viele Menschen in Europa gesundheitsgefÀhrdendem Feinstaub ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die EuropÀische Umweltagentur (EUA) in ihrem jÀhrlichen Bericht zur LuftqualitÀt

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„Wir sehen eine langsame Verbesserung der LuftqualitĂ€t, wo Kohlekraftwerke geschlossen und mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird“, sagte der Leiter der Untersuchung, Martin Adams.

(Bild: Anna Durst, BINE Informationsdienst)

Trotz erheblicher Emissionsreduktionen sind immer noch zu viele Menschen in Europa gesundheitsgefÀhrdendem Feinstaub ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die EuropÀische Umweltagentur (EUA) in ihrem jÀhrlichen Bericht zur LuftqualitÀt, der am Mittwoch (23.11.2016) in Kopenhagen vorgestellt wurde. Im Jahr 2014 mussten demnach 85 Prozent der stÀdtischen Bevölkerung eine Feinstaubbelastung hinnehmen, die nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schÀdlich ist. Gemessen an den Grenzwerten der EU, die höher liegen, waren bis zu 17 Prozent der Stadtbewohner zu hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt.

Die EUA schĂ€tzt, dass jedes Jahr 467.000 Menschen in Europa aufgrund von Luftverschmutzung vorzeitig sterben. Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern. Der Bericht stĂŒtzt sich auf Messungen von 2014 in mehr als 400 StĂ€dten in 41 europĂ€ischen LĂ€ndern. Dabei sind die BemĂŒhungen der europĂ€ischen LĂ€nder, den Ausstoß gefĂ€hrlicher Stoffe zu reduzieren, messbar. „Wir sehen eine langsame Verbesserung der LuftqualitĂ€t, wo Kohlekraftwerke geschlossen und mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird“, sagte der Leiter der Untersuchung, Martin Adams. Doch wĂ€hrend man in der Industrie große Fortschritte mit der Emissionsreduzierung mache, wĂŒrden andere Bereiche wie die privaten Haushalte vernachlĂ€ssigt. „In einigen LĂ€ndern ist das Heizen mit Holz ein großes Problem, in anderen die Verwendung von DĂŒngemitteln in der Landwirtschaft.“

In Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Griechenland sei zum großen Teil der Verkehr fĂŒr die schlechte Luft verantwortlich. Adams forderte die LĂ€nder auf, stĂ€rker auf Maßnahmen wie Fahrverbote zu setzen und alte Autos aus den InnenstĂ€dten zu verbannen. „Wir mĂŒssen den Ursachen der Luftverschmutzung begegnen und das bedeutet einen grundlegenden und innovativen Wandel unserer MobilitĂ€ts-, Energie- und Nahrungsmittelsysteme“, sagte EUA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Hans Bruyninckx.

Das EU-Parlament will am Mittwoch die Vorgaben fĂŒr Höchstmengen beim Ausstoß von Schadstoffen verschĂ€rfen. Dabei geht es um Feinstaub und Stickoxide. Die neuen Höchstmengen sollen in den Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2020 beziehungsweise 2030 eingehalten werden. In Deutschland stĂ¶ĂŸt nach Angaben des Umweltbundesamts derzeit vor allem die Landwirtschaft noch zu viel Ammoniak aus.

(dpa)


Die Europaabgeordneten haben neue Regeln fĂŒr eine Verbesserung der LuftqualitĂ€t in der EuropĂ€ischen Union (EU) auf den Weg gebracht. Sie stimmten am Mittwoch (23.11.2016) in Straßburg fĂŒr strengere Vorgaben bei den Höchstmengen des Schadstoff-Ausstoßes. Danach soll etwa der Ausstoß von Feinstaub bis zum Jahr 2030 um 49 Prozent reduziert werden gegenĂŒber dem Ausstoß im Jahr 2005; der Ausstoß von Stickoxiden soll um 63 Prozent sinken. Umweltzonen und die Grenzwerte fĂŒr in der Luft vorhandenen Feinstaub sind von der GesetzesĂ€nderung nicht betroffen.

Schon bisher durften bestimmte Schadstoffe nur in begrenzten Mengen in die Luft ausgestoßen werden. Das sei in Deutschland zum grĂ¶ĂŸten Teil gelungen, sagte Marcel Langner vom Umweltbundesamt. Die bisherigen Höchstmengen fĂŒr Stickoxid, das unter anderem Autos mit Dieselmotor ausstoßen, habe Deutschland dagegen ohne spezielle Maßnahmen einhalten können, sagte Langner. Etwa durch die sowieso verschĂ€rfte Abgasgesetzgebung, nach der Ă€ltere Fahrzeuge aus dem Markt genommen worden seien. „Die neuen Höchstmengen sind ambitioniert, aber nicht unerreichbar“, sagte Langner. Kritisch könnte es beim Ausstoß von Schwefeldioxid werden. „Wenn wir die Erzeugung von ElektrizitĂ€t aus Braun- und Steinkohle allerdings weniger stark reduzieren als geplant, wird es sehr schwierig werden, diese Höchstmengen einzuhalten.“

(mfz)