Telekom und BT Verlierer im UMTS-Poker
Nach Einschätzung einer Hamburger Unternehmensberatung werden sich die Investitionen in die UMTS-Lizenzen nicht amortisieren.
Die Hamburger Unternehmesberater von Mummert+Partner (M+P) sehen fĂĽr British Telecom und Deutsche Telekom keine Chance, die in die UTMS-Lizenzen investierten Milliarden wieder einzufahren.
Allgemein hat sich bei dem europaweiten Versteigerungspoker ein klarer Trend nach unten gezeigt: Wurden bei der Versteigerung der deutschen und britischen Lizenzen umgelegt auf die Einwohnerzahl Preise von 619 bzw. 654 Euro pro Kopf erzielt, sanken die Erlöse im weiteren Verlauf der Versteigerungen beständig ab. In Italien waren 239 Euro, in Österreich nur noch 102 Euro fällig. Die billigsten Lizenzen gab es bisher in Spanien: Mit einem Preis von 13 Euro werten M+P die dort verkauften UMTS-Lizenzen als wahres Schnäppchen.
Die Unternehmensberatung sieht am Ende der Versteigerungen drei Gruppen von Unternehmen: Da sind zum einen Firmen, die neben den Lizenzen in Hochpreisgebieten auch in günstigeren Märkten vertreten sind. Sie können die hohen Kosten auf beide Märkte verteilen. Zum anderen gibt es Nischenanbieter, die beispielsweise in Spanien oder Italien eine "Schnäppchen-Lizenz" erworben haben. Auch sie können ihren Kunden UMTS-Dienste zu günstigen Konditionen anbieten.
Als klare Verlierer sieht M+P die ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Telekom und British Telecom. Beide haben sich schwerpunktmäßig in Hochpreisgebieten engagiert. So hält die Telekom bisher Lizenzen in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Österreich. Der preisgünstige Markt in Italien und Spanien ist dem Rosa Riesen entgangen. Auch der Erwerb einer Lizenz im osteuropäischen Markt über PTC in Polen kann, so M+P, an diesem grundsätzlichen Problem nichts ändern.
Prinzipiell kann man allerdings gegen die Studie einwenden, dass die Absatzmärkte in den Hochpreisgebieten auch höhere Verdienstmöglichkeiten versprechen. Vor allem bleibt aber abzuwarten, wie die enorm hohen Investitionen, die ohne Entwicklungskosten schon allein durch die Lizenzvergabe entstanden sind, auf den Verbraucher umgelegt werden. Vor allem müssen die Anbieter aber die Frage klären, mit welchen Diensten man dem Verbraucher UMTS überhaupt schmackhaft macht. (sha)